Die Luft wird immer dünner für den SSV Ulm in der 3. Liga. Nach dem Unentschieden unter der Woche beim VfB Stuttgart II beträgt der Abstand auf das rettende Ufer weiterhin acht Punkte. Denn auch Konkurrent Saarbrücken fängt im Saisonendspurt an zu punkten. Da geht der Blick fast schon auf die in der Rückrunde schwache Zweitvertretung der Hoffenheimer – Abstand zehn Punkte.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Dafür muss aber eigentlich ein Sieg gegen den Tabellenfünften Rostock her. Realistisch braucht es für den Klassenerhalt vier, wenn nicht sogar fünf Siege aus den letzten sechs Partien. Wieder einmal geht es gegen einen Ex-Club von Spatzentrainer Pavel Dotchev. Gegen die haben die Spatzen immer gut ausgesehen. Rostock stellt aktuell allerdings die zweitbeste Defensive der Liga. „Die schnuppern jetzt wieder am Aufstieg, das wird eine hitzige Partie für uns. Wir müssen eine Top-Leistung bringen“, fordert Dotchev. Im Hinspiel setzte es im Donaustadion die höchste Saisonniederlage mit einem 0:5, danach war für den damaligen Cheftrainer Moritz Glasbrenner Schluss. Viele Spieler der Spatzen haben also noch eine Rechnung offen.
Die würde wohl auch gerne Dennis Chessa begleichen, der Routinier muss aber aufgrund seiner fünften gelben Karte zuschauen. Nachdem Dotchev letzte Woche acht Profis in eine Trainingsgruppe 2 verdonnert hatte, dürfen zwei von ihnen aufgrund der dünnen Personaldecke wieder in den Kader: „Wir brauchen die ein oder andere Alternative, deshalb werden Abu El-Zein und Ben Westermeier zurückkommen.“ Mit El-Zein bekommt Dotchev Kreativität zurück, auch wenn die Versetzung in die Gruppe 2 durchaus seine Berechtigung hatte. Gegen Stuttgart musste der SSV-Trainer aufgrund mangelnder Alternativen U-19-Spieler Evan Brown und Verteidiger Lukas Mazagg für die Schlussoffensive bringen.
Wobei Dotchev in den letzten 20 Minuten des Spiels bewusst auf Defensive gesetzt hatte, um einen Punkt gegenüber Saarbrücken aufzuholen. Dass der Konkurrent in der zweiten Halbzeit des Parallelspiels gegen Aachen ebenfalls ausgeglichen hatte, wusste der Cheftrainer laut eigener Aussage erst nach dem Schlusspfiff. Die Kommunikation sollte sich in den letzten Spielen im Abstiegskampf verbessern.
Gegen Rostock dürfte der SSV Ulm wieder mehr Risiko gehen. Anpfiff im Ostseestadion ist am Samstag um 16:30 Uhr.