Der SSV Ulm hat seine wichtigsten sportlichen Personalfragen geklärt: Alois Schwartz wird neuer Cheftrainer und übernimmt gleichzeitig die Position des sportlichen Leiters. Schon am Dienstag steht der 59-Jährige erstmals mit der Mannschaft auf dem Trainingsplatz. Anschließend soll er bei einer Pressekonferenz im Donaustadion offiziell vorgestellt werden.
Schwartz bringt jede Menge Erfahrung mit nach Ulm. In seiner Trainerkarriere stand er bei rund 600 Pflichtspielen an der Seitenlinie, darunter 229 Spiele in der 2. Bundesliga, 119 Begegnungen in der 3. Liga und 164 Regionalligapartien.
Seine Trainerlaufbahn begann 2002 bei Rot-Weiß Erfurt. Danach arbeitete er unter anderem für den SV Sandhausen, den Karlsruher SC, den 1. FC Nürnberg, Hansa Rostock, den 1. FC Saarbrücken und zuletzt Preußen Münster.
Ganz neu ist Ulm für Schwartz nicht: Von 1997 bis 1998 stand der gebürtige Nürtinger selbst für rund sechs Monate beim SSV Ulm unter Vertrag. Wie das Trainerteam künftig genau aussieht, will der Verein in den kommenden Tagen entscheiden. Bis dahin arbeitet Schwartz mit dem bestehenden Trainerstab weiter. Die Doppelrolle als Trainer und sportlicher Leiter kennen Fußballexperten so eher aus der englischen Premier League. Ob das Modell jetzt die erhoffte Wendung beim abstiegsgefährdeten Traditionsverein bringt, werden die nächsten Wochen zeigen.
Alois Schwartz: „Der SSV Ulm 1846 Fussball ist ein großer Traditionsverein, der aktuell in einer sehr schwierigen Situation ist. Deshalb ist für mich die Liga zweitrangig, es ist die Aufgabe, die mich reizt. Und auch die Gespräche mit den Verantwortlichen waren sehr respektvoll und konstruktiv. Jedem ist die Lage bewusst – und dementsprechend motiviert gehen wir diese jetzt gemeinsam an. Mit Betonung auf gemeinsam. Denn solche schwierigen Situationen bewältigt man nur, wenn alle, wirklich alle an einem Strang ziehen.“
Vorstand und Geschäftsführer Dominik Schwärzel: „In Alois Schwartz gewinnen wir einen ausgewiesenen Fachmann, der unglaublich viel Erfahrung mitbringt und darüber hinaus genau weiß, was in unserer aktuellen Situation gefordert ist. Er kann nicht nur Mannschaften und Vereine stabilisieren, sondern auch nachhaltig arbeiten und entwickeln. Alois hat unsere volle Rückendeckung und Unterstützung. An dieser Stelle gilt unser Dank auch Timo Wenzel, der kurzfristig als Interimstrainer eingesprungen ist und in der vergangenen Woche eine tolle Arbeit geleistet hat.“
Philipp Utz, Vorsitzender des Aufsichtsrats: „Alois war von Beginn des eingeleiteten Prozesses an unser Wunschkandidat. Wir haben uns ganz bewusst für diese Doppelrolle entschieden, da wir der Überzeugung sind, dass er durch seine Erfahrung und sein Wissen nun die richtigen Entscheidungen treffen kann, sowohl auf dem Platz als auch außerhalb. In den Gesprächen hat er uns eindrucksvoll vermittelt, dass er große Lust auf diese Aufgabe hat und dafür brennt. Wir freuen uns sehr, dass wir Alois Schwartz beim SSV Ulm 1846 Fussball begrüßen dürfen.“