Der erste Sieg ist geschafft, jetzt soll endlich auch in der Liga der Knoten platzen! Nach dem 2:0-Erfolg gegen die TSG Balingen im WFV-Pokal steht für den SSV Ulm 1846 am Samstag (3. Oktober) die nächste Bewährungsprobe an. Um 14 Uhr treffen die Spatzen auswärts auf Hessen Kassel. An der Seitenlinie steht erneut Interimstrainer Timo Wenzel. Ob er auch danach Trainer der ersten Mannschaft bleibt, ist allerdings noch offen
Nach der Trennung von Trainer Daniel Jungwirth und Sportdirektor Murat Isik übernahm Wenzel vorübergehend die Mannschaft. Beim Pokalsieg in Balingen gelang ihm direkt ein Erfolgserlebnis. Besonders die Einstellung seiner Spieler hat den 48-Jährigen überzeugt.
Auf der Pressekonferenz erklärte Wenzel, dass er in den vergangenen Tagen vor allem viele Einzelgespräche geführt habe. Neben taktischen Veränderungen gehe es ihm darum, den Spielern wieder Sicherheit und Selbstvertrauen zu vermitteln.
Für den Interimstrainer spielt sich ein großer Teil des Fußballs im Kopf ab. Die Mannschaft habe grundsätzlich die fußballerische Qualität, müsse aber wieder als Einheit auftreten. Entscheidend seien Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und der Wille, gemeinsam aus der schwierigen Situation herauszukommen.
In der Regionalliga sieht die Situation weiterhin schwierig aus. Nach neun Spieltagen steht der SSV Ulm mit nur vier Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Ein Sieg in Kassel wäre deshalb besonders wichtig.
Wenzel erwartet allerdings eine anspruchsvolle Partie. Besonders die Offensive von Hessen Kassel schätzt er stark ein. Trotzdem reist er optimistisch zum nächsten Auswärtsspiel.
"Aber der Gegner ist schlagbar" erklärte der Interimstrainer auf der Pressekonferenz.
Dafür fordert er von seiner Mannschaft einen mutigen Auftritt, intensive Zweikämpfe und vor allem die richtige Einstellung. Gleichzeitig muss Wenzel noch einige personelle Fragen klären. Mehrere Spieler waren zuletzt angeschlagen oder krank. Wer am Samstag tatsächlich zur Verfügung steht, soll sich erst kurzfristig entscheiden.
Neben dem wichtigen Ligaspiel beschäftigt die Ulmer Fans vor allem eine Frage: Wie lange bleibt Timo Wenzel auf der Trainerbank?
Eine endgültige Antwort gibt es bislang nicht. Der Verein sucht weiterhin nach einer dauerhaften Lösung für die Trainerposition und die sportliche Führung.
Wenzel selbst stellte klar, dass zunächst nur vereinbart sei, dass er die Mannschaft auch gegen Kassel betreut. Wie es danach weitergeht, hänge von den Entscheidungen des Vereins ab. Eine Fortsetzung seiner Arbeit als Interimstrainer ist damit ebenso wenig ausgeschlossen wie ein Wechsel auf der Trainerbank.
Für Wenzel steht ohnehin etwas anderes im Mittelpunkt: der sportliche Erfolg der Mannschaft. Das Spiel in Kassel betrachtet er nicht als persönliche Bewährungsprobe.
„Für mich ist es kein K.o.-Spiel. Ich bin dazu bereit, das zu machen, dem Verein zu helfen“, sagte er.
Und auch mit einem möglichen Abschied nach dem Wochenende geht der Interimstrainer gelassen um: „Wenn es dann mein letztes Spiel war, dann war es mein letztes Spiel.“
Sein Wunsch ist dagegen eindeutig: Am Samstag sollen die Spatzen endlich den ersten Sieg in der Regionalliga einfahren und mit drei Punkten aus Kassel zurückkehren.