Stadt Biberach eröffnet Friedwald

Der Burrenwald bei Biberach: Wichtiger Lebensraum für Tiere, Naherholungsgebiet für uns, und für einige nun auch die letzte Ruhestätte.

Die Bestattungskultur erlebt in dieser Zeit einen Wandel. Immer mehr Menschen möchten nicht mehr klassisch unter Grabsteinen beigesetzt werden, sondern auf anderem Wege ihre letzte Ruhe finden. Die Stadt ist dem Wunsch nun mit dem FriedWald Biberach nachgekommen. Am Donnerstag wurde der 50 Hektar große Bestattungswald im Naherholungsgebiet Burrenwald eröffnet.

Mit einer Feier am 09. Januar eröffneten Biberachs Erster Bürgermeister Miller, sowie FriedWald-Geschäftsführer Mathias Laufer den Friedhof im Wald mit Ansprachen und der symbolischen Pflanzung des Eröffnungsbaums. Eine Andacht von Matthias Krack, geschäftsführender Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Biberach, setzten den Schlusspunkt.

Bestattungswald wird von privater Firma betrieben

Das Bedürfnis nach einem Waldfriedhof bestehe schon seit einer Weile, sagte Erster Bürgermeister Ralf Miller. Die Stadt habe daraufhin den Kontakt zu anderen Kommunen gesucht, die bereits Friedwälder haben. Die Gemeinde Biberach habe sich dann die FriedWald GmbH als Betreiber ausgesucht. Diese private Firma betreibt fast 90 Standorte in ganz Deutschland und führt rund 24.000 Bestattungen pro Jahr durch.

Der Wald als natürlicher Grabschmuck

Der FriedWald ist ausgestattet mit einem Andachtsplatz mit Bänken und einem Holzkreuz, an dem die Verabschiedungen stattfinden können. Der Wald eignete sich so gut, da die Fläche eine weite Vielfalt an verschiedenen Baumarten biete und sich so gut in einen Waldfriedhof umgestalten lasse, so Forstamtleiter Matthias Eckert.

Die Bestattungen selbst erfolgen mit biologisch abbaubaren Urnen unter einem individuell gewählten Baum. Das Ablegen von Grabschmuck wie Blumen oder Kerzen wird nicht gestattet sein, da die „Grabpflege die Natur übernimmt“, wie Eckert sagt. Der einzige Schmuck, der erlaubt ist, wird eine kleine Alutafel sein, die man am Baum anbringen kann.

Nachhaltiges Konzept, moderate Preise

Die Preise sind auch attraktiv: „Der Platz geht bei 590 Euro los, das ist der sogenannte Basisplatz. Am Baum geht’s ab 2890 Euro los, wo zwei Plätze inkludiert sind, dann kann ich aber noch weitere Plätze hinzukaufen.“, sagt FriedWald Geschäftsführer Matthias Laufer.

Begleitet werden Trauernde in Biberach von Julia Wodarz. Als Försterin wird sie bei der Auswahl des passenden Baums helfen, emotionalen Beistand bei Beisetzungen leisten und auch kostenlose Waldführungen für Interessierte geben. Die kostenlosen Führungen können am 25. Januar und am 01. und 15. Februar immer um 14 Uhr besucht werden. Die Anmeldung ist unter www.friedwald.de/biberach möglich.

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