Bis zu 49 Millionen Euro zusätzlich wurden bewilligt. Grund dafür sind deutlich gestiegene Kosten, die im Zuge der fortgeschrittenen Planung sichtbar wurden. Finanziert werden die Mittel aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz.
Damit erhöht sich die Landesunterstützung für das Großprojekt auf bis zu 154 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für die Erneuerung der beiden Brückenbauwerke Blaubeurer Tor-Brücke und Wallstraßenbrücke aus den Jahren 1967 und 1969 belaufen sich derzeit auf rund 290 Millionen Euro.
Verkehrsminister Winfried Hermann betonte die Bedeutung der zusätzlichen Förderung: „Wir unterstützen mit dann insgesamt 154 Millionen Euro die Stadt Ulm kräftig. Ohne das Land könnte die Stadt das 290-Millionen-Projekt nicht stemmen.“ Er verwies zugleich auf die großen infrastrukturellen Herausforderungen im Land. Rund jede zehnte Brücke in Baden-Württemberg sei sanierungsbedürftig oder müsse ersetzt werden. Steigende Baupreise verschärften die Lage zusätzlich.
Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher freut sich über die Unterstützung: „„Das sind hervorragende Neuigkeiten zum Jahresbeginn für die Stadt Ulm und die Bürgerinnen und Bürger. Die großzügige Förderung zeigt, was eine konstruktive Zusammenarbeit der verschiedenen Ebenen bewirken kann. Land und Stadt gehen hier Hand in Hand und übernehmen gemeinsam Verantwortung für die zentrale Strecke, die für Ulm und weit darüber hinaus eine außerordentliche Bedeutung hat.“
Besonderes Augenmerk liegt bei dem Ulmer Projekt auf dem sogenannten Partnering-Verfahren. Dabei werden ausführende Baufirmen bereits frühzeitig in die Planung eingebunden. Die Stadt Ulm hat hierfür eine Arbeitsgemeinschaft beauftragt, die gemeinsam mit dem städtischen Planungsteam die Ausführungsplanung optimiert und fortschreibt. So sollen Abläufe effizienter gestaltet, Risiken reduziert und die Umsetzung des komplexen Bauvorhabens beschleunigt werden.
Regierungspräsident Klaus Tappeser würdigte die Vorgehensweise der Stadt Ulm: „Die Stadt Ulm hat dieses Großprojekt in außergewöhnlich kurzer Zeit planerisch vorangebracht und dabei mit dem innovativen Partnering-Verfahren einen neuen Ansatz im Straßen- und Brückenbau angewendet. Dieses Vorgehen steht beispielhaft für modernes, effizientes und kooperatives Bauen und verdient die Unterstützung des Landes.“
Die Erneuerung der B 10 zählt zu den größten Infrastrukturmaßnahmen in Baden-Württemberg. Das Land übernimmt die Hälfte der förderfähigen Baukosten sowie eine Planungskostenpauschale. Bereits Ende 2022 waren auf Basis der damaligen Kostenschätzung knapp 105 Millionen Euro bewilligt worden.