Stadtrundgang mit Verbindung zu Ulm: Jahrestag der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl

Rundgang auf den Spuren des Widerstands in Ulm

Am Samstag, den 22. Februar, jährt sich die Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl zum 82. Mal. An diesem Gedenktag bietet das Ulmer Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg einen Stadtgang zur Weißen Rose und zur Familie Scholl in Ulm an.

Am Samstag, den 22. Februar 2025, jährt sich die Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl zum 82. Mal. An diesem Gedenktag bietet das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (DZOK) unter der Leitung von Dr. Nicola Wenge einen Stadtgang zur Weißen Rose und zur Familie Scholl in Ulm an. Treffpunkt ist um 15:00 Uhr am Stadthaus Ulm.

Hans und Sophie Scholl zählen zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Widerstands gegen das NS-Regime. Ihre Wurzeln liegen tief in Ulm, wo sie aufwuchsen und wesentliche Prägungen erfuhren. In dieser Stadt formten sich ihre ersten politischen Überzeugungen, und hier begann auch ihr Wandel vom Mitlaufen in der Hitlerjugend hin zum kritischen Denken. Die liberal geprägte Erziehung durch ihre Eltern, besonders durch ihren Vater Robert Scholl, der sich offen gegen das NS-Regime stellte, spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Geschwister Scholl in Ulm

Der Stadtgang beleuchtet die familiären Wurzeln der Geschwister Scholl in Ulm und die Orte, an denen sie ihre prägenden Jugendjahre verbrachten. Die Teilnehmer erfahren mehr über ihr Zuhause, ihre Schulzeit und die Einflüsse, die sie auf ihrem Weg zum Widerstand begleiteten. Anhand privater Fotos und ausgewählter Quellen wird die Entwicklung der beiden von systemtreuen Jugendlichen zu entschlossenen Widerstandskämpfern nachgezeichnet. Zwischen 1932 und 1944 hinterließ die Familie Spuren in der Stadt, die bei dieser Führung erfahrbar gemacht werden.

Ulm war nicht nur ihr Heimatort, sondern auch ein Ort, an dem sich früh Widerspruch gegen das NS-Regime regte. Die Stadt beherbergte das KZ Oberer Kuhberg, eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland, wo auch ihr Vater kurzzeitig inhaftiert war. Dieser Teil der Geschichte zeigt, dass Ulm nicht nur eine Stadt des Widerstands war, sondern auch eine Stadt der Unterdrückung, die das Umfeld der Familie Scholl maßgeblich prägte.

Später wurde ihr Vater Robert Scholl von der US-Militärregierung zum ersten Oberbürgermeister Ulms nach dem Krieg ernannt. Ihre Schwester Inge Aicher-Scholl war Begründerin der Ulmer Volkshochschule, die sie in Erinnerung an den Widerstand ihrer Geschwister prägte.

Die Teilnahme am Stadtgang kostet 5,00 Euro pro Person. Interessierte können sich direkt am Stadthaus Ulm einfinden und sich dann gemeinsam auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Ulmer Widerstands begeben.

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