Mit einem feierlichen Spatenstich hat in Baden-Württemberg eines der größten Straßenbauprojekte der vergangenen Jahrzehnte begonnen: Der sogenannte A8-Albaufstieg zwischen Mühlhausen und Hohenstadt wird auf sechs Spuren ausgebaut. Ziel ist es, einen der größten Engpässe im Ländle zu beseitigen und den Verkehr sicherer und flüssiger zu machen.
Auf einer Strecke von knapp acht Kilometern entstehen zwei neue Brücken und zwei neue Tunnel. Die neue Trasse wird nicht nur breiter, sondern auch kürzer und flacher als die bisherige Strecke. Dadurch sollen Staus, Unfälle und Lärmbelastung deutlich reduziert werden.
Für Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist der Baustart ein besonderer Moment – es gehört zu den letzten großen Terminen seiner Amtszeit. Er bezeichnete das Projekt als wichtigen Schritt für die Zukunft des Landes: mehr Sicherheit, besserer Verkehrsfluss und eine verlässlichere Verbindung zwischen den Regionen.
Auch Thorsten Frei, Bundesminister für besondere Angelegenheiten, war beim Spatenstich dabei. Er betonte die Bedeutung des Ausbaus weit über die Region hinaus: Der Albaufstieg sei Teil einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen Europas und ein Signal, dass große Infrastrukturprojekte in Deutschland wieder zügig umgesetzt werden können. Möglich wird das Projekt durch das neue Infrastruktur-Zukunftsgesetz, finanziert aus dem milliardenschweren Sondervermögen des Bundes. Bauherr ist die Autobahn GmbH des Bundes, die den Ausbau als technisch besonders anspruchsvoll beschreibt.
Für die Menschen vor Ort bedeutet die Baustelle allerdings erst einmal Geduld. Rund sieben Jahre sollen die Arbeiten dauern. Besonders betroffen sind die Anwohner in den umliegenden Orten. Gebhard Tritschler, Bürgermeister von Wiesensteig, sieht trotzdem klare Vorteile: Der Ort werde in Zukunft deutlich vom Durchgangsverkehr entlastet, was die Lebensqualität spürbar verbessern soll.
Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 1,4 Milliarden Euro. Die eigentlichen Hauptbauarbeiten sollen im Herbst 2027 beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der neue Albaufstieg Anfang der 2030er-Jahre – etwa 2034 – fertig sein.