Sympathie-Spoiler vorab: „The Life of Chuck“ gilt schon als einer der schönsten Filme überhaupt, da sind sich Kritiker und Publikum schon ziemlich einig. Auch wenn‘s eigentlich eher tragisch zugeht.
Der Film ist in drei Kapitel aufgeteilt und wird quasi rückwärts erzählt. Es beginnt nicht nur mit dem Ende von Chuck, sondern gleich mit dem Ende unserer Zivilisation, der Welt, ja des ganzen Universums. Erzählt aus der Sicht eines Lehrers, der sich zu seiner Ex-Frau flüchtet, während Teile der USA im Meer versinken oder Deutschland von einem Vulkanausbruch vor die Hunde geht. Am Rande, aber sehr auffällig, ist überall die Rede von einem gewissen Chuck – aber wer ist das?
Darum geht’s im mittleren Teil, der dem erwachsenen Chuck gewidmet ist – und eigentlich hat auch nur hier Superstar Tom Hiddleston seinen großen Auftritt – der aber sicher als unvergesslich in die Filmgeschichte eingehen wird: Chuck ist Ende 30, Buchhalter, bleibt vor einer Straßenmusikerin mit ihrem Schlagzeug erst einfach stehen, und fängt dann an zu tanzen, später zusammen mit einer Zuschauerin – und da steckt soviel Lebensfreude drin, wie es nur sein kann. Dieser Teil des Films hallt am meisten nach.
Der abschließende dritte Teil erzählt von Chucks tragischer Kindheit und Jugend. Seine Eltern verunglücken früh, er wächst bei Oma und Opa auf, von denen er das Tanzen und die Buchhaltung lernt. Und da kommt auch der Stephen King-Touch durch, denn es gibt im alten Haus der Großeltern ein verschlossenes Dachbodenzimmer. Mit Grund.
Auch wenn Tom Hiddleston als Leading-Man geführt wird, taucht er hier zwar kaum auf – wenn, dann aber richtig. Marvel-Fans kennen ihn übrigens vor allem als Loki, den Gott des Schabernacks. In den Nebenrollen glänzen Mia Sara als Großmutter, die den älteren unter uns als Teenieschwarm aus „Legende“ oder „Ferris macht blau“ Herzklopfen beschert hat. Und als gutmütiger Großvater spielt Star Wars-Legende Mark Hamill eine ganz wunderbare Schlüsselfigur.
Der Film ist ein gelungenes, großartiges und lebensbejahendes Drama, rückwärts erzählt, vom Tod bis zur Kindheit. Und „The Life of Chuck“ gibt’s jetzt bei Amazon Prime im Abo.