Stromausfall in Reutlingen: Ermittler prüfen weitere mögliche Sabotageversuche

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf Beschädigungen an ähnlichen Orten.

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Umspannwerk in Reutlingen Anfang Juni prüfen Ermittler weitere Hinweise auf mögliche Sabotage an Stromanlagen in der Region. Das hat die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt. Zuvor hatten die Südwest Presse und der SWR darüber berichtet.

Hinweise auf Beschädigungen an ähnlichen Anlagen

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf Beschädigungen an ähnlichen Orten. Diese würden nun untersucht. Außerdem versuchen die Ermittler, die Vorfälle zeitlich genauer einzugrenzen. Konkrete Standorte nennt die Behörde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Laut Südwest Presse soll auch ein Umspannwerk bei Münsingen betroffen sein. Dazu wollte sich die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart aber nicht äußern.

Zehntausende Menschen zeitweise ohne Strom

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zum 8. Juni ausgebrochen. Danach fiel das Umspannwerk aus, auch eine weitere Anlage wurde beschädigt. Schnell hatten sich Hinweise auf Brandstiftung verdichtet, weil ein möglicher Brandbeschleuniger entdeckt worden war.

Nach bisherigen Erkenntnissen waren ein oder mehrere Täter auf das Gelände eingedrungen und hatten an mehreren Stellen Feuer gelegt. Auch der Zaun der Anlage war beschädigt worden.

Krankenhaus und Betriebe betroffen

Nach dem Feuer waren zeitweise Zehntausende Menschen über Stunden ohne Strom. Betroffen waren auch ein Krankenhaus sowie Industrie- und Gewerbekunden. Der Schaden für die Reparatur der Anlage dürfte nach früheren Angaben mehrere Millionen Euro betragen.

Reutlingen hat knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb.

Wer hinter der Tat steckt, ist weiter unklar

Der Vorfall war zunächst in einem Blog namens „Switch off“ unter der Rubrik „Aktionen/Sabotagen“ thematisiert worden. Später tauchte er auch auf der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform Indymedia auf.

Wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag steckt, ist bislang unklar. Ein Bekennerschreiben gibt es nach Angaben der Ermittler bisher nicht.

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