Südwesten zieht nach: Streifenpolizisten testen neue Taser

Stromschlag statt Schusswunde

Streifenpolizisten in Baden-Württemberg testen erstmals Taser als Alternative zur Schusswaffe. Was erhofft man sich von dem einjährigen Versuch?

Bisher gehörte der sogenannte Taser nur bei Spezialeinheiten der baden-württembergischen Polizei zur Ausrüstung – nun testen auch die ersten Streifenpolizistinnen und Streifenpolizisten die Alternative zur Schusswaffe. Ein Modell der Elektroimpulsgeräte wird laut Landesinnenministerium zunächst ein Jahr lang von Beamtinnen und Beamten in Südbaden und Göppingen ausprobiert. Das Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen unterstützt auch immer wieder Einsätze im Großraum Ulm. Nach dem Testlauf wird wahrscheinlich ein moderneres Modell ein weiteres Jahr erprobt.

Mit einem Taser wird ein Gegner mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht, weil die Geräte eine kurzzeitige Lähmung im Nervensystem verursachen. Das soll unter anderem die Polizisten besser schützen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) betont aber: «Taser sind nicht geeignet, um Messerangriffe oder andere Angriffe mit Waffen in dynamischen Einsatzlagen abzuwehren. Hier bleibt uns nur die Schusswaffe als das Mittel der Wahl.»

Baden-Württemberg als Spätstarter

Taser sind in Deutschland kein unbekanntes Mittel mehr. Alle Spezialeinsatzkommandos (SEKs) in Bund und Ländern nutzen sie bereits. In mindestens zwei von drei Bundesländern sind die Geräte allerdings auch schon bei Streifenpolizisten oder Unterstützungskräften im Einsatz. Baden-Württemberg hinkt im Vergleich etwas hinterher.

Kritik der Gewerkschaften 

Befürworter des Einsatzes betonen vor allem die deeskalierende Wirkung der Taser. Schon die Androhung könne in den weitaus meisten Fällen dazu führen, dass sich eine Situation beruhige. Außerdem könnten Polizisten mit dem Taser aus sicherer Entfernung handeln, was ihre eigene Sicherheit erhöhe.

Aus Sicht der beiden großen Polizeigewerkschaften kommen die Tests aber zu spät und dauern zu lange. «Wir brauchen den Taser schnell und nicht erst in 18 oder 24 Monaten», sagt der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Dirk Preis. Die Gewerkschaften fordern eine sofortige und flächendeckende Einführung der neuesten Taser-Generation.

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