Die Niedrigwasserlage rund um Ulm und Neu-Ulm ist außergewöhnlich. Donau, Iller und Blau führen momentan so wenig Wasser, dass teilweise historische Tiefstände erreicht werden. Besonders deutlich ist das an der Illerspitze zu sehen: Dort ragt die Kiesbank am Zusammenfluss von Iller und Donau weit aus dem Wasser. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht.
Das Niedrigwasser trifft auch die Wasserkraftwerke der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Weil nur noch wenig Wasser durch die Flüsse fließt, steht entsprechend weniger Wasser für die Turbinen zur Verfügung. Nach Angaben der SWU ist die Stromproduktion deshalb derzeit stark eingeschränkt.
Grund für die niedrigen Pegel ist vor allem der fehlende Regen der vergangenen Monate. Gleichzeitig sorgt die Hitze für eine hohe Verdunstung. Anfang August war die sogenannte klimatische Wasserbilanz in Baden-Württemberg laut LUBW so niedrig wie noch nie seit Beginn der entsprechenden Datenreihe im Jahr 1991. Heißt: Es geht derzeit deutlich mehr Wasser durch Verdunstung verloren, als durch Regen nachkommt. Die Folgen zeigen sich nicht nur an den Pegeln und bei der Stromproduktion. Auch die Wassertemperaturen in Donau und Nebenflüssen liegen deutlich über den langjährigen Werten für Anfang August. Der Sauerstoffgehalt der Donau lag bei der jüngsten Auswertung allerdings noch in einem unkritischen Bereich.