Die Rave-The-Planet-Parade zieht am Samstag, 15. August 2026, wie geplant durch Berlin. Meldungen über eine Absage sind laut Veranstalter falsch. Die Techno-Demo läuft von 14 bis 22 Uhr auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern. Unter dem Motto „Imagine Love“ demonstrieren die Teilnehmer für Liebe, Frieden, Freiheit und Vielfalt.
Rave The Planet ist zwar nicht die Loveparade, führt deren ursprünglichen Geist aber als eigenständige kulturpolitische Demonstration weiter.
Nach Angaben des Veranstalters wurde Rave The Planet in mehreren Berichten mit einer anderen Berliner Demo verwechselt, die nach dem Anschlag auf den CSD und aus organisatorischen Gründen abgesagt worden war. Dadurch seien falsche Namen und Termine verbreitet worden. Nach dem Anschlag wurde auch das Sicherheitskonzept von Rave The Planet noch einmal gemeinsam mit der Polizei und den zuständigen Stellen geprüft und angepasst. Derzeit gebe es keinen Grund für eine Absage.
Die Veranstalter schreiben: „Unsere Gedanken sind weiterhin bei den Betroffenen des Anschlags auf den Berliner CSD, ihren Angehörigen und allen Menschen, die durch die Ereignisse verletzt oder erschüttert wurden.“
Hinter der Parade steckt auch ein kulturpolitisches Ziel: Elektronische Musik und ihre Clubs, Raves und Gemeinschaften sollen geschützt und als wichtiger Teil der Kultur wahrgenommen werden. Seit 2024 steht die Technokultur in Berlin im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Die Initiative für die Aufnahme ging von Rave The Planet aus. Die Deutsche UNESCO-Kommission verbindet die Berliner Technokultur unter anderem mit Vielfalt, Respekt und Weltoffenheit.
Passend dazu ist seit dem 31. Juli die Doku „Love is Stronger – Von Loveparade zu Rave The Planet“ in der ARD-Mediathek verfügbar. Der Film begleitet Dr. Motte und Ellen Dosch-Roeingh über mehrere Jahre und zeigt den Weg von der Loveparade zur neuen Parade – mit Konflikten, Rückschlägen und dem spektakulären Neuanfang.
Die Parade ist als Demonstration angemeldet und wird von Berliner Behörden und Polizei sicherheitstechnisch begleitet. Eine direkte finanzielle oder politische Unterstützung durch das Land Berlin ist bislang nicht erkennbar. Seit 2022 kamen laut Veranstalter im Schnitt knapp 300.000 Menschen – auch die Polizei spricht von einem Großereignis mit sechsstelliger Teilnehmerzahl.
Da stellt sich vorsichtig die Frage, warum Berlin ein Event dieser Größe und Bedeutung für die Technokultur nicht stärker unterstützt.
Am Sonntag, 16. August, folgt im Berliner Tiergarten übrigens ein gemeinsamer Clean-up-Day. Von 11 bis 19 Uhr räumen Helfer die Strecke und die umliegenden Grünflächen auf. Mitmachen kann jeder – auch Besucher aus der Region, die nach der Parade noch in Berlin bleiben.
Am 1. Juli 1989 gründeten Dr. Motte und Danielle de Picciotto die Loveparade – damals tanzten nur rund 150 Menschen über den Berliner Ku’damm. Aus der kleinen Demo für Frieden und internationale Verständigung wurde später eines der größten Musikevents der Welt.
2019 gründete Dr. Motte gemeinsam mit Ellen Dosch-Roeingh und weiteren Mitstreitern Rave The Planet, um diesen Gedanken weiterzuführen.
Einen Friedensnobelpreis hat Dr. Motte, bürgerlich Matthias Roeingh, dafür bislang nicht bekommen. Verdient hätte er ihn aus Sicht vieler Menschen nicht für die größten Partys, sondern für eine Idee, die seit Jahrzehnten Millionen Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebensweise friedlich zusammenbringt und aus Musik eine gemeinsame Sprache macht. Rave on!