Der Torferlebnispfad im Bremental bei Jettingen im Landkreis Günzburg ist ein Landschaftsschutzgebiet im unteren Mindeltal und der letzte erhaltene Teil einer früher weit ausgedehnten Niedermoorlandschaft. Über viele Jahrzehnte prägte der Torfabbau das Gebiet. Heutzutage können die alten Torfhütten, der Aussichtsturm und die Torflöcher auf dem Erlebnispfad angeschaut werden. Durch die elf Infotafeln kriegen Besucher auch gleich Geschichtswissen.
Mit dem Torflehrpfad soll die Geschichte der Torfnutzung erhalten und anschaulich vermittelt werden. Besucher erhalten Einblicke in die Auswirkungen des Torfabbaus auf die Landschaft sowie in die Besonderheiten des Brementals. Das Bremental eignet sich besonders als Freilichtmuseum, da zahlreiche Spuren der historischen Nutzung noch vorhanden sind. Das Projekt lebt von der Unterstützung von den Mitgliedern, die ihre Wochenenden in den Lehrpfad setzen.
Die Landschaft entstand während der Günz-, Mindel- und Würmeiszeit. Da das Bremental außerhalb der großen Vergletscherungsgebiete lag, formten Schmelzwasserflüsse das Tal und lagerten Kies, Sand und später feine Sedimente wie Lehm ab. Dadurch wurde der Untergrund weitgehend abgedichtet. Ansteigendes Grundwasser führte schließlich zur Bildung eines Niedermoores, das auch als Versumpfungsmoor bezeichnet wird.
Die Torfschichten erreichen je nach Lage eine Tiefe zwischen etwa 1,5 und 3,7 Metern.
Bereits im Mittelalter begannen Menschen, das sumpfige Gebiet durch Rodungen nutzbar zu machen und Weideflächen zu gewinnen. Daran erinnern noch heute verschiedene Flurnamen. Die eigentliche Torfnutzung setzte allerdings erst Ende des 18. Jahrhunderts ein. Aufgrund von Brennholzmangel und der steigenden Nachfrage nach Brennstoff wurde Torf zu einer wichtigen Energiequelle. Während der nördliche Teil des Brementals gewerblich genutzt wurde, diente der südliche Bereich überwiegend der Versorgung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe.
Der Torf wurde jedes Jahr im späten Frühjahr gestochen und bis zum Winter als Brennmaterial getrocknet. Nach dem Abtragen der obersten Grasschicht wurde der Torf in Blöcke geschnitten und zunächst zum Trocknen aufgestellt. Anschließend wurden die Torfstücke platzsparend gestapelt und bis zur Verwendung gelagert.
Seinen Höhepunkt erreichte der Torfabbau um die Wende zum 20. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann er nochmals an Bedeutung, bevor die Arbeiten Mitte der 1960er Jahre nahezu vollständig eingestellt wurden.
Auch heute sind die Spuren dieser historischen Nutzung im Gelände noch deutlich erkennbar und können regelmäßig bestaunt werden. Geplant sind dieses Jahr noch ein Kinderferienprogramm am 05.August, ein Familiennachmittag am 30.August, der Tag des Denkmals am 13.September. Sowie am 19. September die kulinarische Tradition, Kesselfleischessen mit Blut- und Leberwurst, aber auch Kinderkulturtage vom Landkreis Günzburg sind am 10.Oktober geplant. Mehr über den Torferlebnispfad gibt´s hier.