Die Trockenheit der vergangenen Monate hat deutliche Auswirkungen auf den Wasserhaushalt im Alb-Donau-Kreis. Flüsse und Bäche führen ungewöhnlich wenig Wasser, Quellen schütten weniger Wasser aus und auch die Grundwasserstände gehen zurück. Das teilt das Landratsamt Alb-Donau-Kreis mit.
Nach Angaben des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg wurde am 21. Oktober an 45 Prozent der erfassten Pegel im Land extremes Niedrigwasser gemessen. Weitere 42 Prozent wiesen sehr niedrige Wasserstände auf.
Auch in unserer Region zeigt sich die Trockenheit deutlich. An der Donau bei Berg in Ehingen wurden in diesem Herbst besonders niedrige Abflussmengen registriert. Sie lagen sogar unter den bisherigen Tiefstwerten des Vergleichszeitraums von 1991 bis 2024.
Auch der Blautopf in Blaubeuren führt derzeit nur wenig Wasser. Gleichzeitig sinken die Grundwasserstände im Bereich der Iller, wo Wasser für die öffentliche Versorgung gewonnen wird. Der Grund dafür ist der fehlende Regen. Im September fielen in Baden-Württemberg durchschnittlich nur 19 Millimeter Niederschlag. Das entspricht gerade einmal 27 Prozent der üblichen Regenmenge. In den vergangenen zwölf Monaten fehlten insgesamt rund 350 Millimeter Niederschlag.
Einzelne Regentage reichen nicht aus, um das Wasserdefizit der vergangenen Monate auszugleichen. Besonders das Grundwasser reagiert häufig erst mit Verzögerung auf Niederschläge. Da sich die Grundwasservorräte hauptsächlich im Herbst und Winter erneuern, kommt es jetzt entscheidend darauf an, wie viel Regen und Schnee in den kommenden Monaten fällt.
Langfristig stellt die Trockenheit auch die Trinkwasserversorgung vor Herausforderungen. Laut dem baden-württembergischen Umweltministerium könnte bis 2050 etwa jede zweite Kommune im Land bei längeren Hitze- und Trockenperioden Schwierigkeiten bekommen, ihren höchsten Trinkwasserbedarf zu decken, sofern keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Trotz der angespannten Lage soll das derzeit geltende Wasserentnahmeverbot im Alb-Donau-Kreis am Samstag, 31. Oktober, auslaufen.
Das Landratsamt will die entsprechende Verordnung nicht erneut verlängern. Der Grund: Mit dem Ende der Gartensaison wird erfahrungsgemäß deutlich weniger Wasser aus Flüssen und Bächen entnommen. Eine Entwarnung bedeutet das allerdings nicht. Die Wasserstände bleiben weiterhin niedrig und der Wasserhaushalt braucht ausreichend Niederschläge, um sich langfristig zu erholen.
Auch im Alltag lässt sich der Trinkwasserverbrauch reduzieren. Beispielsweise durch einen bewussten Umgang mit Wasser im Haushalt oder durch die Nutzung von gesammeltem Regenwasser zur Gartenbewässerung.
Langfristig sollen außerdem die Kommunen ihre Wasserversorgung besser gegen Trockenperioden absichern. Dabei hilft der sogenannte Masterplan Wasserversorgung Baden-Württemberg, mit dem die Versorgungssicherheit bis zum Jahr 2050 untersucht wird.