Trockenheit setzt Landwirtschaft unter Druck

Bund kündigt höhere Direktzahlungen an

Die anhaltende Trockenheit belastet viele landwirtschaftliche Betriebe. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer kündigt deshalb höhere Direktzahlungen für 2027 an. Wie groß die Ernteausfälle tatsächlich sind, sollen amtliche Zahlen noch im August zeigen.

Die Trockenheit auf Feldern und Wiesen sorgt zunehmend für Probleme in der Landwirtschaft. Nach der heute vorgestellten Erntebilanz des Deutschen Bauernverbands hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer weitere Unterstützung für die Betriebe angekündigt. Wie groß die Schäden durch die Trockenheit tatsächlich sind, steht allerdings noch nicht endgültig fest. Das Bundesministerium für Landwirtschaft erwartet noch im August amtliche Erntedaten mit belastbaren Zahlen zu den Einbußen.

Minister will Betriebe finanziell handlungsfähig halten

Nach Angaben des Ministeriums sollen bestehende Hilfsmöglichkeiten bereits jetzt genutzt werden können. Dazu gehört unter anderem ein Liquiditätshilfeprogramm über 200 Millionen Euro bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Außerdem können Landwirte eine Stundung ihrer Sozialversicherungsbeiträge beantragen. Auch Möglichkeiten zur Stundung von Pachtraten und zur vorübergehenden Aussetzung von Tilgungen bei bestimmten Darlehen werden geprüft beziehungsweise vorbereitet. Alois Rainer erklärt zur aktuellen Situation:

Für mich ist entscheidend, dass die landwirtschaftlichen Betriebe liquide und handlungsfähig bleiben. Sie brauchen Spielraum, um beispielsweise Futter für ihre Tiere zukaufen zu können. Dafür haben wir bereits passgenaue Instrumente – wie zum Beispiel unser 200-Millionen-Euro-Liquiditätshilfeprogramm mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Direktzahlungen sollen 2027 deutlich steigen

Der Bund will außerdem den finanziellen Spielraum bei den sogenannten Direktzahlungen ausschöpfen. Diese Zahlungen werden unabhängig vom tatsächlichen Ertrag oder vom Marktpreis an landwirtschaftliche Betriebe ausgezahlt. Nach Angaben des Ministeriums sollen die Direktzahlungen von rund 4,1 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 4,9 Milliarden Euro im Jahr 2027 steigen. Damit sollen die Betriebe mehr Planungssicherheit bekommen, wenn Erträge sinken und gleichzeitig Kosten steigen.

Entscheidung über weitere Hilfen noch offen

Ob darüber hinaus zusätzliche staatliche Hilfen wegen der Trockenheit kommen, ist derzeit noch nicht entschieden. Für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen sind zunächst die Bundesländer zuständig. Damit sich der Bund an weiteren Hilfen beteiligen kann, müsste die Trockenheit nach einer Gesamtbewertung der Schäden und wirtschaftlichen Folgen als Ereignis von nationalem Ausmaß eingestuft werden. Eine Grundlage dafür sollen unter anderem die amtlichen Erntedaten liefern, die noch Ende August erwartet werden.

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