TTF wollen Derby gewinnen und entspannt in die Weihnachtspause gehen

Volle Hütte in Ochsenhausen

Final-Four-Generalprobe am letzten Vorrunden-Spieltag in Ochsenhausen...

Die TTF Liebherr Ochsenhausen empfangen den TTC Neu-Ulm, Halbfinalgegner am 8. Januar beim Liebherr Final Four 2023, zum Derby. Beide Teams haben aktuell 12:8 Punkte auf dem Konto, die TTF sind Tabellendritter, der Derbygegner Fünfter.

Donnerstag 19.00 Uhr: TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Neu-Ulm

Es ist schon eine wichtige Saisonphase. Geht man mit einem Erfolgserlebnis in die kurze Winterpause, tut man dies mit dem guten Gefühl, zu den Topteams der besten Liga Europas zu gehören und weiter oben im Angriffsmodus zu sein, während der Verlierer ins vordere Mittelfeld abrutscht und sich im Lauf der Rückrunde erst wieder nach oben hangeln muss. Zudem gibt es Selbstvertrauen, nicht nur für die Liga, sondern eben auch für das große Pokalturnier in Neu-Ulm. Es ist also kein belangloses Vorgeplänkel, was sich am Donnerstag in Ochsenhausen abspielt, sondern eine wichtige, wegweisende Partie, die zudem wegen des Derbycharakters besonders prickelnd ist.

Beide Teams unter Zugzwang, Halle ausverkauft

Nach dem 1:3 in Saarbrücken stehen die TTF unter Zugzwang, die Neu-Ulmer nach ihrer 1:3-Heimniederlage gegen Mühlhausen am Montag aber nicht weniger. Letzte Saison konnten Gauzy und Co. beide Partien nach jeweils hartem Kampf mit 3:2 für sich entscheiden und wären einer Wiederholung gewiss nicht abgeneigt.

Die Fans haben die Bedeutung der Partie erkannt. Hier nämlich eine für den Verein gute Nachricht, die für manche, die noch kurzfristig Karten organisieren wollten, aber auch eine schlechte Nachricht sein dürfte: Das Derby ist restlos ausverkauft. 520 Zuschauer werden erstmals in dieser Saison die Dr.-Hans-Liebherr-Halle füllen und natürlich mehrheitlich den TTF den Rücken stärken.

TTC Neu-Ulm: Mit Weltstars zwei Titel im Visier

Die Zielsetzung der Neu-Ulmer ist eindeutig: Man will den Pokalwettbewerb gewinnen und möglichst auch die Champions League. Die Bundesliga genießt in den Planungen nicht die höchste Priorität, wenn man jedoch die Play-offs erreichen sollte, kann man davon ausgehen, dass die Topstars spielen werden – und mit ihnen ist alles möglich, sogar Düsseldorf vom Thron zu stürzen. 

Der TTC verfügt gewissermaßen über zwei Bundesligamannschaften, nennen wir es ein A-Team und ein B-Team. Die Topauswahl ist unglaublich stark und besteht aus Weltstars wie Dimitrij Ovtcharov (Weltrangliste Platz 9), Lin Yun-Ju (WRL 8) und Truls Möregårdh (WRL 5). In der Champions League, nicht aber in der Bundesliga, ist zudem der Weltranglisten-Zweite Tomokazu Harimoto für die Neu-Ulmer spielberechtigt. Halten wir fest: Ovtcharov, Lin und Möregårdh könnten also am Donnerstag auflaufen – und gegen ein solches Trio hätte es jede Mannschaft der Welt höllisch schwer. Doch allzu wahrscheinlich ist das zweieinhalb Wochen vor dem Final Four nicht, vielleicht ist einer aus dem Trio am Start, vielleicht Deutschlands Nummer eins Ovtcharov, der erst einmal im Punktspiel für den TTC aufgeschlagen hat (Bilanz 2:0) oder der 20-jährige Schwede Möregårdh, der schon dreimal das Neu-Ulmer Trikot trug und mit 5:0 Siegen notiert ist.

Und da käme dann auch das B-Team ins Spiel. Unter dem früheren Ochsenhauser Trainer Dmitrij Mazunov besteht jenes nahezu aus der aktuellen russischen Nationalmannschaft, allesamt junge Spieler. Zu nennen sind Vladimir Sidorenko, der selbst schon für die TTF gespielt hat und mit einer 7:4-Bilanz durchaus erfolgreich ist, Maksim Grebnev (3:4) und Lev Katsman (1:8). Grebnev und Katsman gehörten zeitweise der Ochsenhauser Trainingsgruppe an, also lauter bekannte Gesichter.   

Doch wer immer auch für Neu-Ulm auflaufen mag, werden die TTF einen guten Tag sowie viel Leidenschaft und Herzblut benötigen, um die Punkte einzusacken.

Fu Yong hat fünf Spieler zur Auswahl

TTF-Cheftrainer Fu Yong stehen mit Simon Gauzy, Shunsuke Togami, Alvaro Robles, Can Akkuzu und Samuel Kulczycki für fitte Spieler zur Verfügung, die alle auf ihren Einsatz brennen. Man darf gespannt sein, für welches Trio sich Fu entscheiden wird – wobei es natürlich auch mehr als ein Trio werden könnte, bezieht man ein mögliches Doppel in die Überlegungen mit ein.

„Es ist als Derby natürlich ein besonderes Spiel“, so Fu Yong. „Aber davon wollen wir uns nicht zu sehr beeinflussen lassen und einfach unser Spiel durchziehen. Die Jungs haben alle sehr gut trainiert und sind optimal vorbereitet. Sie wissen, dass es nun nochmal zählt gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Play-offs. Gerade nach der Niederlage in Saarbrücken wäre es sehr wichtig, jetzt zu punkten. Wir freuen uns auf das Derby und wir freuen uns auf die vielen Zuschauer. Vor ausverkauftem Haus zu spielen, ist natürlich eine zusätzliche Motivation für alle.“ 

„Unser letztes Vorrundenspiel gegen Neu-Ulm ist ein Derby, somit hat es einen eigenen Charakter“, stellt Can Akkuzu fest. „Wir werden alles geben und uns auf uns und unsere Stärken konzentrieren. Ich hoffe, wir können das Jahr gut beenden und den vielen Fans, die am Donnerstag kommen werden, nochmal etwas Schönes bieten.“

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