Der Missbrauchsskandal am Stuttgarter Kunstturnforum weitet sich aus. Nach den Vorwürfen gegen Trainer richtet sich die Staatsanwaltschaft Stuttgart nun auch gegen Spitzenfunktionäre des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Betroffen sind Präsident Alfons Hölzl und Sportvorstand Thomas Gutekunst.
Hölzl zeigte sich in einer Stellungnahme überrascht und betonte, dass er keinen Anlass sehe, von seinem Amt zurückzutreten. Er kündigte an, in vollem Umfang mit den Ermittlungsbehörden zu kooperieren, und verwies auf die Unschuldsvermutung. Der DTB hat zudem Anwälte eingeschaltet, um die vorliegenden Informationen der Staatsanwaltschaft zu prüfen, bevor über weitere Schritte entschieden wird.
Auch der Schwäbische Turnerbund (STB) ist von den Ermittlungen betroffen. Laut STB richten sich die Vorwürfe gegen Funktionsträger, die ihrer organisatorischen Verantwortung nicht nachgekommen sein sollen. Der Landesverband betonte ebenfalls die Unschuldsvermutung.
Auslöser der Ermittlungen waren die Anschuldigungen von Turnerinnen gegen Trainer und Verantwortliche des Bundesstützpunkts Stuttgart. Die Sportlerinnen hatten von systematischem körperlichen und mentalen Missbrauch sowie schlechten Bedingungen berichtet. Bereits im Februar 2025 waren erste Ermittlungen gegen Trainer aufgenommen worden, diese wurden teilweise von ihren Aufgaben entbunden.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart äußerte sich bislang nicht zu den laufenden Ermittlungen.