Die schwäbische Comedy‑Serie „Tschappel“ hat beim diesjährigen 62. Grimme‑Preis eine der begehrten Auszeichnungen im Bereich Fiktion gewonnen. Die Jury des renommierten deutschen Fernsehpreises ehrte die Serie als herausragende Produktion, die mit Humor, Wärme und einer frischen Perspektive auf das Leben im ländlichen Raum überzeugt. Die Preisverleihung findet am 24. April 2026 im Theater der Stadt Marl statt und wird von 3sat in einer Zusammenfassung im Fernsehen gezeigt.
„Tschappel“ erzählt die Geschichte von Carlo Brenner, einem 18‑jährigen aus dem fiktiven oberschwäbischen Dorf Hintervorderbach, der nach dem Abi zunächst davon träumt, mit seiner Freundin ins Ausland zu gehen – bis ein missglückter Autounfall alles verändert. Die Serie beleuchtet mit viel Herz und Dialekt das Erwachsenwerden, Freundschaft, Heimatgefühl und die kleinen Katastrophen des Alltags.
Gedreht wurde die achtteilige Serie im Sommer 2024 in Zußdorf bei Ravensburg und Umgebung, wo viele der authentischen Dorfkulissen und Charaktere ihren Ursprung haben. Die Produktion von Apollonia Film und Lax Entertainment für ZDFneo schafft es, regionale Identität mit universellen Lebensfragen zu verknüpfen – ein Faktor, der der Jury offenbar besonders gefallen hat.
Der Grimme‑Preis gilt als eine der anerkanntesten Auszeichnungen im deutschen Fernsehen und würdigt Programmleistungen, die inhaltlich und formal herausragen. In diesem Jahr wurden insgesamt 16 Preise und drei Sonderpreise vergeben.
Neben „Tschappel“ erhielten u. a. auch Formate wie „Die Affäre Cum‑Ex“ und „Tatort – Dunkelheit“ Auszeichnungen in der Kategorie Fiktion.
Der Erfolg der ersten Staffel schlägt sich nicht nur in Preisen nieder: Für „Tschappel“ ist bereits eine zweite Staffel bestätigt, die ebenfalls in Oberschwaben entstehen soll. Damit bleibt eine der sympathischsten Serienproduktionen der Region dem Publikum weiterhin erhalten – und zeigt einmal mehr, wie Kreatives aus dem ländlichen Raum bundesweit Anerkennung finden kann.
Das Wort „Tschappel“ selbst steht im schwäbischen Dialekt für eine etwas tollpatschige, naive Person – und genau diese Mischung aus Komik, Bodenständigkeit und Identität macht die Serie zu einem echten Publikumsliebling, der nun auch von der Fachjury höchste Anerkennung erhalten hat.