U-Ausschuss zur Maskenaffäre wird eingesetzt

Der Untersuchungsausschuss zur Maskenaffäre im bayerischen Landtag kann wie geplant noch vor Weihnachten offiziell eingesetzt werden – in einer der Plenarsitzungen kommende Woche. Am Donnerstag gab zuvor der Rechtsausschuss einstimmig grünes Licht.

Grüne, SPD und FDP, die den Antrag auf den Ausschuss eingebracht hatten, hatten sich zuletzt mit CSU und Freien Wählern noch auf einige kleinere Änderungen am Fragenkatalog verständigt. Es handle sich dabei um einige Klarstellungen und rechtliche Definitionen.

Ziel des Ausschusses ist es, Maskengeschäfte der Staatsregierung in der Corona-Pandemie, mögliche Beteiligungen von Abgeordneten und teilweise hohe Provisionszahlungen an Parlamentarier aufzuklären. Das bayerische Gesundheitsministerium hat betont, in keinem Fall seien Provisionen seitens des Ministeriums an Mandatsträger gezahlt worden.

Sauter und Nüßlein unter Verdacht

Die prominentesten Fälle der Affäre sind hohe Geldzahlungen an den früheren bayerischen Justizminister und Landtagsabgeordneten Alfred Sauter (CSU) sowie den inzwischen aus der CSU ausgetretenen bisherigen Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein. Nüßlein und Sauter (beide aus dem Landkreis Günzburg) sollen für die Vermittlung von Maskengeschäften 2020 viel Geld bekommen haben, Nüßlein 660 000 Euro, Sauter sogar 1 243 000 Euro.

Tatbestand nicht erfüllt?

Das Oberlandesgericht München hatte zuletzt in der Sache allerdings mitgeteilt, dass es im Handeln Sauters und Nüßleins «den Tatbestand der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern nicht erfüllt» sieht. Die Generalstaatsanwaltschaft München kündigte daraufhin an, sie wolle dies nun vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe klären lassen.

Sogar die OLG-Richter machten auch keinen Hehl daraus, dass sie mit der Rechtslage, an die sie gebunden seien, selbst unzufrieden sind: Dass sogar «die missbräuchliche Kommerzialisierung des Mandats unter Ausnutzung einer nationalen Notlage von beispielloser Tragweite» nach aktueller Rechtslage straflos bleibe, erscheine kaum vertretbar und stehe in eklatantem Widerspruch zum allgemeinen Rechtsempfinden.

Sauter dagegen hatte nach der OLG-Entscheidung der «Augsburger Allgemeinen» gesagt: «Ich bin nicht nur Landtagsabgeordneter, sondern auch Unternehmer.»

Das könnte Dich auch interessieren

08.03.2026 Kommunalwahl 2026: Entscheidungen gefallen Die Kommunalwahl 2026 hat in mehreren Städten der Region klare Entscheidungen gebracht. Während einige Amtsinhaber bestätigt wurden, bekommt Günzburg nach 24 Jahren einen neuen Oberbürgermeister. 20.03.2025 Thannhausen: 54-Jähriger soll Partnerin erwürgt haben Im Landkreis Günzburg hat ein 54-Jähriger mutmaßlich seine Ehefrau getötet. Wie die Polizei berichtete, hatte der Mann mit seinem Sohn telefoniert und diesem gesagt, dass er die Mutter des Sohnes umgebracht habe. Der Sohn informierte daraufhin die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen zur Wohnung der Eheleute in Thannhausen fuhr. Der Mann wurde vor dem Haus 01.04.2025 Gestohlene Jesusfigur nach 26 Jahren wiedergefunden Eine gestohlene Jesusfigur ist nach 26 Jahren wiedergefunden worden. Die Figur wurde 1999 aus einer Kirche im schwäbischen Aichen (Landkreis Günzburg) gestohlen, wie die Polizei nun mitteilte. Anfang März dieses Jahres fand ein Mann die Figur in einem Müllsack auf einem Friedhof in Buchlohe (Landkreis Ostallgäu). Zunächst konnte der Fund dem Diebstahl nicht zugeordnet werden. Erst 18.03.2025 Marktoberdorf: Gartenhaus stürzt ein und verschüttet zwei Personen Bei Arbeiten an einer Gartenhütte in Marktoberdorf (Landkreis Ostallgäu) ereignete sich am Montagabend ein schwerer Unfall: Ein 70-jähriger und ein 38-jähriger Mann wurden unter den Trümmern verschüttet, als die Konstruktion plötzlich einstürzte. Die Ursache für den Einsturz ist bislang unklar. Die Feuerwehren aus Marktoberdorf und Thalhofen waren mit 34 Einsatzkräften vor Ort und konnten die