Die Frau stürzte vom dritten Stockwerk rund drei Meter in die Tiefe. Sie durchbrach dabei den Boden und schlug in den zweiten Stock durch. Auch der Boden im zweiten Stock brach durch, doch die Frau blieb glücklicherweise im zweiten Stock liegen ohne weiter abzustürzen.
Das laute Krachen schreckte die Nachbarn auf. Sie wählten sofort den Notruf. Daraufhin rückte die Feuerwehr Ulm mit einem Großaufgebot an. Der Rüstzug von der Hauptwache eilte zum Unfallort in die Weststadt. Auch freiwillige Helfer der Wache Söflingen waren schnell im Einsatz. Insgesamt waren rund 40 Einsatzkräfte für die Rettung der Frau und eine möglicherweise notwendige Gebäudeabsicherung vor Ort. Die Situation war für die Retter zunächst sehr unübersichtlich.
Die Helfer mussten sich schnell einen Zugang zur Verletzten verschaffen. Von außen kletterten Feuerwehrleute über eine Steckleiter nach oben. So stellten sie den wichtigen ersten Kontakt her. Parallel dazu brachen weitere Kräfte die verschlossene Wohnungstür im zweiten Stock auf. Die Bewohner waren zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause. Dieser Zugang war für die medizinische Versorgung der Frau notwendig.
Anwohner zeigten sich wenig überrascht von dem Unglück. Laut Aussagen mehrerer Nachbarn gab es ein striktes Betretungsverbot für die Balkone. Die nachträglich angebauten Stahlkonstruktionen galten schon länger als sanierungsbedürftig. Ihre Holzböden waren über die Jahre morsch geworden. Eine große Siebdruckplatte neben dem Hauseingang bestätigt, dass der Austausch der Bodenplatten der Balkone anstand.
Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt vor Ort. Die Notfallsanitäter versorgten die Frau zunächst noch auf dem kaputten Balkon. Anschließend wurde sie in die sichere Wohnung im zweiten Stock gebracht. Trotz des tiefen Sturzes hatte sie nur leichte Verletzungen erlitten. Sie konnte das Haus sogar auf eigenen Füßen verlassen. Zur weiteren Untersuchung wurde sie in ein Krankenhaus gebracht.
Die Polizei hat nun die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Beamte der Abteilung Gewerbe und Umwelt sicherten Spuren am Unglücksort. Sie müssen nun klären, warum der Balkon trotz Verbot betreten wurde.