In Ulm geht die Stadt einen weiteren Schritt im Umgang mit der Taubenpopulation: Mit der Einweihung des dritten Taubenhauses sind nun alle Standorte in Betrieb. Ziel ist es, die Zahl der Tiere auf milde Weise zu reduzieren und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern.
Am Ehinger Tor und in Böfingen haben sich sogenannte Taubenwägen bereits bewährt.
Die Tauben nutzen die Häuser als geschützte Nistplätze und halten sich überwiegend dort auf. Dadurch sind weniger Tiere in der Innenstadt unterwegs, wodurch sich entsprechend auch die Verschmutzung durch Taubenkot verringert.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Projekts ist die kontrollierte Fortpflanzung: Die gelegten Eier der Tauben werden durch Attrappen ersetzt. Die Tauben brüten diese weiter aus, ohne den Unterschied zu bemerken. Da es auch in der Natur vorkommt, dass Eier nicht schlüpfen, wird das Verhalten der Tiere dadurch nicht negativ beeinflusst. Auf diese Weise sinkt die Population langfristig und tiergerecht.
Die Mitglieder des Vereins „AG Stadttauben Ulm“ kümmern sich ehrenamtlich um die Reinigung und das Austauschen der Eier an den Taubenstandorten.
Die Stadt setzt zusätzlich auf Aufklärung und klare Regeln: Wer Tauben füttert, muss mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro rechnen. Neue Hinweisschilder in der Stadt machen darauf aufmerksam. Denn das Füttern lockt die Tauben aus ihren Häusern und trägt somit zur Überpopulation bei.