In einer Werkstatt der Justizvollzugsanstalt Ulm ist am Mittwochmittag ein Feuer ausgebrochen. Drei Menschen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Der Brand ereignete sich gegen 12.15 Uhr in der Thalfinger Straße. Aus bislang ungeklärter Ursache geriet dort ein Möbelstück in Brand. Die Flammen führten zu einer starken Rauchentwicklung. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war schnell vor Ort. Die Brandursache wird nun von Spezialisten untersucht.
Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit zahlreichen Kräften im Einsatz. Dazu zählten zwei Notärzte sowie vier Rettungswagen. Die drei Leichtverletzten wurden umgehend medizinisch versorgt. Eine Person musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die beiden anderen Betroffenen konnten nach einer Untersuchung vor Ort bleiben. Die Feuerwehr konnte den Brand zügig unter Kontrolle bringen. Ein Übergreifen der Flammen auf andere Bereiche wurde erfolgreich verhindert. Die Polizei sicherte das Gelände mit rund zehn Streifenwagen ab.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Experten der Spurensicherung untersuchen den Brandort in der Werkstatt. Konkrete Hinweise auf die Ursache des Feuers gibt es derzeit nicht. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist ebenfalls noch unklar. Die betroffene Werkstatt bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Der Betrieb in anderen Teilen der JVA läuft normal weiter. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung.
Arbeit hinter Gittern
Die Werkstätten sind ein zentraler Bestandteil des Vollzugs in der JVA Ulm. Sie gehören zum Landesbetrieb Vollzugliches Arbeitswesen. In Ulm wird mit modernen Maschinen und Anlagen produziert. Die Inhaftierten fertigen hier unter anderem hochwertige Möbel. Diese Produkte werden oft an externe Firmen und Privatkunden verkauft. Die Arbeit soll den Gefangenen eine Tagesstruktur geben. Zusätzlich vermittelt sie Fähigkeiten für das Leben nach der Haft.
Die JVA Ulm verfügt über verschiedene Arbeitsbetriebe. Neben der Möbelfertigung gibt es beispielsweise auch Schlossereien und Montagebetriebe. Die Gefangenen werden von erfahrenen Handwerksmeistern angeleitet und ausgebildet. Ziel ist es, die Inhaftierten sinnvoll zu beschäftigen. Damit soll ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorbereitet werden. Die Arbeit ermöglicht es den Gefangenen zudem, eigenes Geld zu verdienen. Dieses können sie für Einkäufe in der Anstalt nutzen oder ansparen.