Ulm - Brückenabriss schafft freien Blick

Den Blick schweifen lassen

Ein historischer Anblick bietet sich nun in Ulm. Nach rund 60 Jahren ist der Blick von der nördlichen Schillerstraße Richtung Westen wieder frei.

Arbeiter haben den Übergang von der Wallstraßenbrücke zur Blaubeurer-Tor-Brücke abgerissen. Das markante Brückenstück verschwindet damit endgültig aus dem Stadtbild. Die Arbeiten sind ein wichtiger Schritt zur Neugestaltung des gesamten Areals. Der Abbruch erfolgte mit moderner Sägetechnik und schweren Baggern.

Die Verbindung zur Blaubeurer-Tor-Brücke wurde komplett durchgesägt. Die übrigen Reste der Wallstraßenbrücke, die nicht mit dem Kran ausgehoben wurden, werden nun konventionell beseitigt. Hierfür kommen Bagger mit riesigen Betonscheren zum Einsatz. Sie knabbern sich unermüdlich durch die massive Stahlbeton-Konstruktion. Stahl und Beton werden dann getrennt und beides recycelt.

Die meisten Ulmer haben es nie anders gesehen

Für viele Ulmerinnen und Ulmer ist dies ein besonderer Moment. Jahrzehntelang prägte die wuchtige Brückenkonstruktion der Bundesstraße 10 das Stadtbild an der nördlichen Schillerstraße. Sie verdeckte die Sichtachse in Richtung Westen vollständig. Nun öffnet sich der Raum auf eine überraschende Weise. Der freie Durchblick bis zum Möbelhaus IKEA ist das sichtbarste Zeichen des Wandels. Die Stadt gewinnt an dieser zentralen Stelle eine völlig neue Perspektive.

Nächster Abriss steht bevor

Die Arbeiten sind damit aber noch lange nicht abgeschlossen. Der Höhepunkt des gesamten Projekts steht erst im April bevor. Dann wird die Blaubeurer-Tor-Brücke selbst abgebrochen. Dieser Schritt erfordert eine sehr ausgeklügelte Logistik. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Schutz des Blaubeurer Tors. Das historische Stadttor steht direkt unter der Brücke. Es muss vor Staub und Trümmern geschützt werden.

Das Schutzkonzept sieht ein spezielles Verfahren vor. Zunächst wird die tonnenschwere Brücke hydraulisch leicht angehoben. So entsteht der nötige Platz für die weiteren Arbeiten. Anschließend wird das gesamte historische Tor sorgfältig eingehüllt. Eine robuste Spezialfolie dient dabei als Schutzschild. Erst wenn das Denkmal sicher verpackt ist, beginnt der finale Abbruch. Ab 2029 fließt dann der Verkehr durch einen Tunnel am Blaubeurer Tor vorbei, das für die Landesgartenschau 2030 in einen neuen Park eingebettet wird.

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