Der Bau des Blaubeurer-Tor-Tunnels hat einen weiteren wichtigen Schritt gemacht. Am Montag (31. August) wurde der erste Abschnitt der späteren Tunneldecke betoniert. Das Teilstück ist rund zehn Meter breit und 30 Meter lang. Insgesamt besteht die Decke später aus 21 Abschnitten.
Der neue Tunnel ersetzt die frühere B10-Brücke über das Blaubeurer Tor. Er entsteht östlich des historischen Tors und wird Teil der wichtigen Nord-Süd-Verbindung der B10. Wer von Neu-Ulm in Richtung Norden beziehungsweise zur A8 und zur Anschlussstelle Ulm-West fährt, wird künftig durch den rund 200 Meter langen Tunnel geführt.
Über dem Tunnel entsteht gleichzeitig eine neue Verkehrsachse zwischen der Ludwig-Erhard-Brücke beziehungsweise Karlstraße und der Blaubeurer Straße. Der Tunnel führt also unter dieser Ost-West-Verbindung hindurch.
Beim Bau kommt die sogenannte Deckelbauweise zum Einsatz. Zunächst wird die Tunneldecke hergestellt, danach folgen unter anderem Wände und Bodenplatte. Dadurch kann der Bereich oberhalb des Tunnels früher für den Verkehr genutzt werden.
Nach dem aktuellen Zeitplan des Projektteams soll die neue Ost-West-Verbindung Anfang Dezember 2026 in Betrieb gehen. Wichtig: Damit ist der eigentliche B10-Tunnel noch nicht fertig. Dieser soll nach Angaben der Stadt Ulm erst Ende 2028 für den Verkehr freigegeben werden.
Mit dem Umbau verändert sich auch die Verkehrsführung rund um das Blaubeurer Tor dauerhaft. Der bisherige Kreisverkehr wird aufgelöst. Im endgültigen Zustand entstehen dort zwei ampelgeregelte Kreuzungen.
Damit verschwindet auch die alte Blaubeurer-Tor-Brücke endgültig aus dem Ulmer Stadtbild. Sie wird durch den neuen Tunnel ersetzt. Die Stadt will damit die B10 an dieser Stelle grundlegend neu ordnen. Die Bundesstraße gehört mit bis zu 86.000 Fahrzeugen täglich zu den wichtigsten Verkehrsachsen in Ulm und Neu-Ulm.
Bis Autofahrer durch den neuen Blaubeurer-Tor-Tunnel fahren können, dauert es noch gut zwei Jahre. Die Verkehrsfreigabe ist für Ende 2028 vorgesehen.
Parallel läuft wenige Meter weiter der komplette Neubau der Wallstraßenbrücke. Zunächst wird die westliche Hälfte ersetzt, anschließend folgt die östliche Seite. Die komplette neue Wallstraßenbrücke soll nach aktuellem Zeitplan im Sommer 2029 für den Verkehr freigegeben werden.
Die Dimensionen des Gesamtprojekts sind entsprechend groß. Allein für den Neubau von Wallstraßenbrücke und Blaubeurer-Tor-Tunnel erhält die Stadt Ulm nach aktuellen Angaben des Landes beziehungsweise der Stadt rund 105 Millionen Euro Förderung vom Land Baden-Württemberg.