Die Stuttgarter Straße ist eine wichtige Verkehrsader in Ulm. Wegen Großbaustellen auf der Bundesstraße 10 wurde sie umgestaltet. Zwei Spuren führen für den normalen Verkehr in die Stadt. Eine dritte Spur ist Bussen, Taxis und Krankentransporten vorbehalten. Doch besonders im morgendlichen Berufsverkehr kommt es immer wieder zu Klagen. Autofahrer verschaffen sich einen Vorteil auf der Busspur. Sie drängeln sich illegal an anderen wartenden Fahrzeugen vorbei.
Die Polizei reagierte nun auf die zunehmenden Beschwerden von Verkehrsteilnehmern. Bei einer ersten Kontrolle am Donnerstag wurden zahlreiche Verstöße festgestellt. „Wir sind jetzt seit circa 30 Minuten hier und es sind bestimmt schon 15 Fahrzeuge gewesen“, erklärte Polizeisprecher Daniel Frischmann. Er betonte, dass dabei längst nicht alle Sünder erwischt werden können. Bei diesem ersten Test wurden zunächst nur Rechtsabbieger herausgezogen.
Andere Fahrer setzten ihre Fahrt einfach geradeaus fort. Die hohe Zahl an Anzeigen innerhalb kurzer Zeit bestätigt die Beobachtungen. Der öffentliche Nahverkehr wird durch das Fehlverhalten massiv behindert. Die Busse kommen nicht mehr pünktlich durch den dichten Verkehr. Dies führt zu Verspätungen im gesamten Netz des öffentlichen Nahverkehrs.
Die erwischten Fahrer müssen mit Strafen rechnen. Wer die Busspur nur unrechtmäßig befährt, zahlt ein Verwarngeld von 15 Euro. Wurde dabei zusätzlich ein Bus behindert, steigt der Betrag auf 35 Euro. Die Stadt Ulm wird den Betroffenen entsprechende Verwarngeld-Angebote zusenden. Die Reaktionen der angehaltenen Fahrer seien gemischt, so Frischmann. Viele zeigten sich uneinsichtig oder gaben an, die Schilder nicht gesehen zu haben.
Die Polizei kündigte an, die Kontrollen regelmäßig fortzusetzen. „Auf jeden Fall wird das weitergeführt“, versicherte der Polizeisprecher. Genaue Termine für die nächsten Aktionen werden jedoch nicht bekannt gegeben. Autofahrer müssen also jederzeit mit weiteren Überprüfungen rechnen. Die Maßnahme soll den öffentlichen Nahverkehr beschleunigen. Gleichzeitig soll sie für mehr Fairness auf der viel befahrenen Strecke sorgen.