Die Arbeiten finden auf Höhe des Leonardo Hotels statt. Sie sind ein weiterer Schritt für die neue Verkehrsführung der vierspurigen Bundesstraße. Mit der Aufschüttung werden die Seitenwände des künftigen Tunnels vorbereitet.
Ein großer Erdhügel dominiert derzeit das Südende der Baustelle. Er ist ein gutes Anschauungsobjekt für das kommende Tunnelportal. Projektleiter Gerhard Fraidel erklärt die Funktion des Hügels. „Wir haben jetzt angeschüttet, dass wir unsere Bohrpfahlwände bohren können“, sagt er. In die massive Aufschüttung werden nun die Bohrpfähle eingebracht. Diese bilden später in Doppelreihe die stabilen Seitenwände der unterirdischen Verkehrsführung. „Dann wird das Ganze wieder abgetragen“, so Fraidel über die nächsten Schritte.
Die Baumaßnahme gibt einen ersten Vorgeschmack auf die Zukunft. Man kann jetzt den künftigen Verlauf der B10 wesentlich erkennen. Die vierspurige Bundesstraße wird in einem Tunnel östlich des Blaubeurer Tor vorbeigeführt und verläuft unterhalb des Gelände der Landesgartenschau 2030 in Ulm. Die Dimensionen des Projekts werden durch das aufgeschüttete Portal greifbar. Es zeigt, wie der Verkehr künftig fließen wird. Die Autofahrer erhalten damit eine konkrete Vorstellung von der neuen Streckenführung. Das Projekt schreitet sichtbar voran. Bis Ende 2029 soll alles fertig sein. Die Arbeiten liegen im Zeitplan.
Die Vollsperrung am Sonntag führte zu teils chaotischen Zuständen. Besonders zur Mittagszeit staute sich der Verkehr auf der Bundesstraße 10. Die Blechlawine reichte bis in den Westringtunnel zurück. Viele Fahrer hatten Schwierigkeiten mit dem Reißverschlussverfahren. Sie mussten von drei Spuren auf eine einzige Spur wechseln. Ab Montag ist die Verkehrsführung für die nächsten drei Wochen jedoch gut ausgeschildert und mit gelber Fahrbahnmarkierung deutlich sichtbar. Verwirrung sollte dann ausbleiben.
Die Umbaumaßnahmen sind für die nächste Bauphase notwendig. „Wir gehen jetzt in die nächste Bauphase“, erklärt Projektleiter Gerhard Fraidel. Um die neue Verkehrsführung einzurichten, arbeiteten zahlreiche Trupps den ganzen Tag. Sie brachten neue Beschilderungen und Straßenmarkierungen an. Besonders aufwendig war das Entfernen der alten Fahrbahnmarkierungen. Mit Heißluftbrennern und Schabern wurden diese entfernt. So werden doppelte und verwirrende Markierungen vermieden. Ein Teil des „Spatz“, der Verkehrsführung um das Blaubeurer Tor, wurde bereits auf die neue Trasse verlegt. Seitlich von Ikea fahren Fahrzeuge schon auf der zukünftigen Verbindung zwischen Ludwig-Erhard-Brücke und Blaubeurer Straße.
Nicht alle Autofahrer folgten am Sonntag den ausgeschilderten Umleitungen. Von der Blaubeurer Straße aus gab es erheblichen Suchverkehr. Viele versuchten, hinter dem Kaufland oder über das Ikea-Gelände abzukürzen. Sie wollten so nach Neu-Ulm oder in die Innenstadt gelangen. Die offizielle Umleitung führte über die Magirusstraße zum Ehinger Tor. Auch der Verkehr aus der Innenstadt hielt sich nicht immer an die Hinweisschilder. Stockender Verkehr in der Kienlesbergstraße war die direkte Folge davon. Suchende Autofahrer sorgten dort für zusätzliche Behinderungen.
Die neue Verkehrsführung ist an einigen Stellen sichtbar. In Richtung Norden gibt es für etwa drei Wochen nur zwei Fahrspuren. Eine Spur führt seitlich am Ring vorbei auf die B10 Richtung Dornstadt, sie gabelt sich aber schon neben dem Ring wieder auf zwei Fahrspuren. Die linke Spur vor dem Ring leitet den Verkehr wie bisher in den Blaubeurer Ring hinein. Aus der Blaubeurer Straße in Richtung Neu-Ulm gibt es nur eine Fahrspur. Auch aus dem Ring heraus in Richtung Neu-Ulm wird in diese einizige Spur geleitet. Erst nach der Baustelle weitet sich die B10 wieder auf drei Fahrspuren auf.
Eine weitere Einschränkung betrifft die Zufahrt zu Ikea. Vom Blaubeurer Ring aus ist keine direkte Zufahrt zum Möbelhaus möglich. „Die Einfahrt zum IKEA ist jetzt einige Tage über einen Umweg erreichbar“, sagt Fraidel. Die Umleitung führt eine Kreuzung weiter über das Fachmarktgelände. Auch die Ausfahrt wurde vorübergehend dorthin verlegt. In diesem Bereich werden nun der neue Belag eingebaut und die Markierungen gesetzt. Das große Ziel bleibt bestehen. „Unser großes Ziel ist, dass wir das auf jeden Fall bis Weihnachten schaffen“, betont der Projektleiter. Dann soll der Ring aufgelöst sein und die neue Ost-West-Verbindung zwischen Ludwig-Erhard-Brücke und Blaubeurer Straße stehen.