Die Brücke wird hydraulisch angehoben, bevor sie in Stücke zersägt wird. Am Sonntag wird die Straße rings um das Tor für Umbauten komplett gesperrt. Das Anheben der Brücke ist ein präzise gesteuerter Vorgang. Am Donnerstagmorgen um sieben Uhr begann das sogenannte Hochstapeln.
Dieser Prozess nahm fast den gesamten Tag in Anspruch. An fünf Punkten, dem südlichen Widerlager und den verbliebenen vier Brückenpfeilern, werden hydraulische Pressen angesetzt. Mit diesen Pressen wird die Brückenkonstruktion sehr langsam und gleichmäßig angehoben. Oberstes Gebot ist dabei, Ungleichmäßigkeiten zu vermeiden. Durch ungleiches Anheben entstünden hohe Spannungen im alten Beton. Diese Spannungen könnten die Struktur der Brücke schädigen. Theoretisch könnten die verbauten Spannstähle reißen, was zu einem plötzlichen Durchhängen der Brücke führen würde.
Das historische Blaubeurer Tor wird vom 1. bis 12. Juni mit einer grauen Schutzfolie verhüllt. Diese Folie schützt das Bauwerk vor dem Sägewasser und anderen Beschädigungen. Ein großer Raupenkran der Firma Liebherr kommt danach zum Einsatz. Vom 23. bis 26. Juni wird die Brücke in Stücke zersägt und die Einzelteile mit dem Kran entfernt. Ende Juni ist das Tor erstmals seit 50 Jahren wieder frei sichtbar.
Die Verkehrsführung im Blaubeurer-Tor-Ring wird am Sonntag erneut geändert. Zuerst hieß der aufgeweitete Ring wegen seiner Form „Car-Toffel“. Dann wurde er wegen einer zusätzlichen engen Kehre „Imola“ genannt. Jetzt wird der Ring zum „Spatz“.
Ein dicker Bauch aus der Fahrbahn umschließt die Baustelle am Blaubeurer Tor. Die „Imola-Kurve“ bildet den Kopf des Spatzen. Zusätzliche Ampeln an den Zufahrten sollen den Verkehr flüssiger halten. Dazu wird der Blaubeurer-Tor-Ring am Sonntag, 31. Mai ganztägig voll gesperrt sein.