Ulm: ICE wegen Benzinkanister evakuiert - mit Fotogalerie

Gefahr durch Benzinkanister

In Ulm ist am Abend ein ICE wegen eines Benzinkanisters evakuiert worden. Reisende hatten kurz vor der Ankunft starken Benzingeruch gemeldet. Rund 400 Fahrgäste mussten den Zug am Ulmer HBF verlassen. Der ICE wurde anschließend nach Beimerstetten gebracht und von Spezialkräften untersucht.

Die Bundespolizei hat am Dienstagabend einen ICE in Ulm gestoppt. Alle Fahrgäste mussten den Zug umgehend verlassen. Grund war ein verdächtiger Gegenstand an Bord des Zuges. Es handelte sich um einen Fünf-Liter-Benzinkanister. Der Vorfall sorgte für erhebliche Störungen im Bahnverkehr. Bei dem mehrstündigen Einsatz wurde niemand verletzt.

Am frühen Abend herrschte große Aufregung am Ulmer Hauptbahnhof. Kurz vor 17 Uhr meldete das Personal des ICE 514 einen Notfall. Der Zug war von München nach Hamburg-Altona unterwegs. Kurz vor der Ankunft in Ulm hatten Reisende Alarm geschlagen. Sie berichteten von einem intensiven Benzingeruch in den Wagen sechs und sieben. Die Bundespolizei reagierte sofort auf die ernste Meldung. Mehrere Gleise am Hauptbahnhof wurden daraufhin umgehend gesperrt. Auch der belebte Fußgängersteg zu den Bahnsteigen war an dem heißen Tag voller schattensuchender Menschen. Hunderte Reisende waren von den umfassenden Absperrmaßnahmen betroffen. Die Stimmung war sichtlich angespannt.

Der ICE 514 erreichte den Ulmer Hauptbahnhof um 16.49 Uhr mit vier Minuten Verspätung. Er wurde auf seinem reguläre Gleis 1 zum Stehen gebracht. Alle Fahrgäste erhielten die Anweisung, den Zug zu verlassen. Die Evakuierung der rund 400 Reisenden verlief sehr ruhig und geordnet. Die Bundespolizei sprach offiziell von einem verdächtigen Gegenstand. Aus ermittlungstaktischen Gründen nannte man zunächst keine weiteren Details. Die Ungewissheit sorgte für eine angespannte Atmosphäre am Bahnhof. Viele Reisende warteten auf dem Vorplatz auf neue Informationen. Niemand wusste, wie und wann es weitergehen würde.

Der vollständig geräumte ICE wurde anschließend an einen sicheren Ort gebracht. Man fuhr den leeren Zug auf eden kleinen Bahnhof in Beimerstetten nördlich von Ulm.

In Beimerstetten haben Delaborierer der Bundespolizei den Zug genauestens untersucht. Für diese polizeiliche Maßnahme musste der Bahnhof Beimerstetten gesperrt werden. Auch die wichtige Bahnstrecke zwischen Ulm und Geislingen war vorübergehend blockiert. Dies führte zu weiteren erheblichen Verzögerungen im regionalen Zugverkehr.

Gefahr durch Benzinkanister

Die mit Gasmasken ausgestatteten Experten der Bundespolizei wurden schließlich in Wagen Nummer 6 fündig. Dort entdeckten sie den Grund für den Großeinsatz. In einem zurückgelassenen Beutel befand sich ein Benzinkanister. Der Drei-Liter-Behälter war offenbar nicht vollständig dicht. Durch die Wärme im Zug blähte sich der Kanister. Geringe Mengen an Benzindämpfen waren ausgetreten. Diese Gase hatten den starken Geruch im Zug verursacht. Eine Explosionsgefahr bestand jedoch zu keinem Zeitpunkt. Auch ein Attentasversuch kann ausgeschlossen werden.

Die alarmierte Feuerwehr aus Beimerstetten rückte ebenfalls zum Bahnhof an. Die Einsatzkräfte übernahmen den Benzinkanister zur sicheren Entsorgung. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen gab es endlich Entwarnung. Die Sperrungen am Ulmer Hauptbahnhof endeten kurz nach 18 Uhr, in Beimerstetten etwa eine Stunde später. Der Bahnverkehr konnte langsam wieder anlaufen. Dennoch kam es im gesamten Abendverkehr zu Folgeverspätungen. Viele Züge waren verspätet oder fielen komplett aus.

Für die Passagiere des ICE 514 endete die Fahrt abrupt in Ulm. Sie mussten sich eigenständig um ihre Weiterreise bemühen. Einer von ihnen war Tim Hardt, der in Ulm zusteigen wollte. Sein Ziel war Köln, doch der Zug fuhr nicht weiter. "Erst wurde gesagt, es geht gleich weiter", erzählte der Mann. "Nach 45 Minuten hieß es dann, wir sollen bitte aussteigen." Die Kommunikation sei sehr schlecht gewesen, beklagte er. "Ich weiß gar nichts, außer dass wir auf unbestimmte Zeit nicht losfahren." Diese Unsicherheit war für viele Betroffene das größte Problem des Abends.

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