Die letzten zehn Jahre hat sich die Stadt angeschaut und einen vielschichtigen Bildungs-Check für Ulm aufgestellt. Der Bildungsmonitor 2025 zeigt die Entwicklung, die städtische Schulen seit 2015 durchgemacht haben. Ein paar Sachen sind positiv, leider fallen besonders die negativen Zahlen aber auf.
Natürlich gibt es positive Punkte: Die wichtigsten Personen in der Thematik, die Schüler, sind inzwischen in allen Entscheidungsgremien vertreten. In jedem Sozialraum gibt es in Ulm eine Ganztagesschule. Dass der Bedarf vielleicht viel größer ist, sei vorerst dahingestellt. Eine Kinderbetreuung über die Weihnachtszeit wird angeboten. Auch über weitere Punkte freut sich der Schulbeirat bei der Vorstellung des Bildungsmonitors in der Friedrich-List-Schule. Diskutiert wird aber eben anschließend über die negativen Punkte. Der Schulbeirat will schließlich Verbesserungen.
Eine Zahl schlägt krachend ein: In Ulm stehen zehn Prozent der Jugendlichen nach der Schule ohne Abschluss da. Zum Vergleich: In anderen baden-württembergischen Stadtkreisen sind es acht Prozent. „Diese Kennzahl ist natürlich nicht befriedigend“, sagt Bildungsbürgermeisterin Iris Mann. „Jetzt müssen wir schauen, welche Faktoren dazu führen. Und dann müssen wir Maßnahmen entwickeln, diese Faktoren auszuschalten.“
Der zweite große Brennpunkt: Kinder mit Migrationshintergrund haben es weiterhin schwer, auf das Gymnasium zu wechseln. Damit liegt Ulm aber im bundesweiten Trend. Hierfür sind bereits Maßnahmen geplant: Die Kita-Anmeldung soll mehrsprachig werden, das Startchancenprogramm vom Land soll Gleichberechtigung schaffen. Der Bildungsmonitor bietet einen weiteren Ansatzpunkt. Kinder mit Migrationshintergrund unter drei Jahren sind seltener in Betreuung. Eine direkte Verbindung zum harten Weg der Kinder ins Gymnasium? Ab April schafft die Stadt eine Stelle, die sich ausschließlich mit dem Thema „Auswirkung von Sprachentwicklung auf die Bildungschancen“ beschäftigen soll. Das Schwerpunktthema 2026 soll die Sprache in den Schulen und Kitas sein.
Auch die Schulsozialarbeit ist wieder zur Sprache gekommen. An 29 von 50 Schulstandorten in Ulm wird die Vertrauensstelle für Schüler angeboten. Oftmals in Teilzeit, wie der Stellenwert von 23,5 anzeigt. Iris Mann muss allerdings seit Monaten die gleiche Antwort zu einem möglich Ausbau der Schulsozialarbeit geben: „Die Förderung auf Landesebene für Schulsozialarbeit stagniert. Der aktuelle Betrag deckt nicht mal ein Fünftel der Stellenkosten ab. Deswegen hängt das einfach an der Leistungsfähigkeit der kommunalen Haushalte, wie viel da geht.“ Und in Ulm ist der Haushalt bekanntlich Spitz auf Knopf genäht, siehe Landesgartenschau.
Zum Abschluss hatte der Schulbeirat dann aber noch ein schöneres Thema vor Augen – oder besser im Magen. Die Stadt stellte ihr Konzept für ein einheitliches Snack- und Mittagessensangebot vor. Das soll an allen städtischen Schulen in Zukunft greifen und damit Kosten und auch Abfälle reduzieren. Auf der Speisekarte steht bewusste Ernährung mit Salatbowls, aber auch deftig Schwäbisch darf es sein (Spätzle gibt es reichlich). Wegen der zahlreichen Rückmeldungen aus der Schülerschaft bleibt auch der Donut auf der Karte.