Ulm: Kita „Pezzetino“ schließt zum 1. September

Stadt zieht Notbremse

Schwere bauliche Mängel machen den Weiterbetrieb unmöglich – Stadt Ulm und Diakonieverband unterstützen betroffene Familien

Die Evangelische Kindertagesstätte „Pezzetino“ im Rechbergweg 25 in Ulm stellt ihren Betrieb zum 1. September 2025 ein, wie die Stadt Ulm heute mitteilt. Grund ist demnach der bauliche Zustand des Gebäudes, der einen sicheren Weiterbetrieb unmöglich macht. Das Gebäude mit seiner fast 50 Jahre alten Holzkonstruktion weist so gravierende Mängel auf, dass laut aktueller Untersuchungen ein Weiterbetrieb mit erheblichen Risiken für Kinder und Mitarbeitende verbunden wäre, wie es heißt.

Stadt Ulm und Diakonie bedauern die Schließung

Trägerin der Einrichtung ist der Evangelische Diakonieverband Ulm/Alb-Donau, das Gebäude selbst gehört der Stadt Ulm. Beide Institutionen hatten gehofft, die Kita noch einige Jahre nutzen zu können – doch die neue Einschätzung der Bausubstanz lässt keine andere Entscheidung zu. Stadt und Diakonie betonen, dass das Wohl der Kinder und der Mitarbeitenden oberste Priorität habe.

Unterstützung für Eltern und Personal

Aktuell besuchen rund 50 Kinder die Kita, aufgeteilt in zwei Gruppen. Von diesen müssen etwa 35 Kinder eine neue Einrichtung finden, da die übrigen im Sommer in die Schule kommen. Auch Familien, die ihre Kinder bereits für Herbst 2025 angemeldet hatten, werden nun bei der Suche nach Alternativen unterstützt. Die Stadt Ulm und die Diakonie begleiten die betroffenen Eltern aktiv bei diesem Übergang. Ebenso soll für die Beschäftigten eine Lösung gefunden werden.

Beliebte Einrichtung mit pädagogischem Profil

Die Kita „Pezzetino“ genießt in Ulm einen sehr guten Ruf – nicht nur wegen ihres engagierten Teams, sondern auch wegen ihrer innovativen Projekte. 2020 gewann sie mit dem pädagogischen Projekt „Pipapo – Ausflug ins Pipi-Kacka-Land“ den bundesweiten Forschergeist-Wettbewerb. Die Schließung stellt somit auch aus fachlicher Sicht einen Verlust für die regionale Bildungslandschaft dar.

Kein Neubau am Rechbergweg geplant – neue Kita im Leimgrubenweg

Am bisherigen Standort Rechbergweg 25 ist aktuell kein Ersatzbau vorgesehen. Allerdings eröffnet nur wenige Gehminuten entfernt, im Leimgrubenweg 28, im Herbst 2025 eine neue Kita in freier Trägerschaft mit Ganztageskonzept. Sie könnte für einen Teil der betroffenen Familien eine wohnortnahe Alternative bieten.

Stadt Ulm baut Betreuungsangebot weiter aus

Ungeachtet der Schließung treibt die Stadt Ulm den Ausbau der Kinderbetreuung aktiv voran. Im laufenden Kitajahr 2024/2025 wurden bereits rund 90 neue Betreuungsplätze geschaffen. Weitere Kindertageseinrichtungen sind derzeit in Planung oder bereits im Bau, um dem stetig wachsenden Bedarf gerecht zu werden.

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