Ein Schaden an der Oberleitung hat den Ulmer Bahnverkehr am Montagmorgen getroffen. Der Hauptbahnhof war für Stunden komplett lahmgelegt. Tausende Pendler waren von massiven Ausfällen und Verspätungen betroffen. Ein Regionalzug blockierte die Strecke Richtung Stuttgart. Die Deutsche Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Die Reparaturarbeiten dauerten den Vormittag an.
Gegen sechs Uhr hörten Anwohner am Michelsberg zwei laute Schläge. Kurz darauf blieb ein Regionalexpress der Linie RE5 liegen. Der von einer E-Lok geschobene Zug war von Friedrichshafen kommend auf dem Weg nach Stuttgart. Er stoppte zwischen der Ludwig-Erhard-Brücke und der Kirenlesbergbrücke stromlos auf der Strecke. Um 06:15 Uhr meldete die Bahn den Fahrleitungsschaden. Daraufhin waren im Hauptbahnhof keine Zugfahrten mehr möglich. Die Feuerwehr Ulm rückte zur Unterstützung an. Sie sollte bei einer möglichen Evakuierung des Zuges helfen.
Eine Diesellok zog den gestrandeten Zug zurück. Gegen 07:30 Uhr erreichte er wieder den Hauptbahnhof. Kurz vor acht Uhr traf ein Turmtriebwagen am Schadensort ein. Spezialisten begannen sofort mit der Reparatur der Fahrleitung. Ein Querausleger war sichtlich beschädigt . Die genaue Ursache für den Defekt blieb zunächst unklar, die Arbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin.
Für unzählige Pendler begann der Montag im Chaos. Am Busbahnhof drängten sich hunderte Menschen. Sie warteten auf eine Möglichkeit zur Weiterfahrt. Die Bussteige waren im Berufsverkehr völlig überfüllt. Die Bahn organisierte eilig Ersatzbusse. Diese fuhren ab acht Uhr zwischen Laupheim und Ulm. Auch Langenau und Merklingen wurden so angebunden.
Die Störung traf auch den Fernverkehr empfindlich. Züge zwischen Stuttgart und Augsburg wurden umgeleitet. Sie mussten den Umweg über Aalen nehmen. Dadurch entstand für Reisende eine Verspätung von rund einer Stunde. Der morgendliche ICE von Ulm nach Karlsruhe fiel komplett aus. Im Hauptbahnhof war das wichtige Gleis 1 nicht nutzbar. Dies führte bis in den Nachmittag zu Verspätungen. Viele Züge hatten rund eine halbe Stunde Verspätung, weil die Kapazität der Strecke nach Stuttgart und die Bahnhofsgleise eingeschränkt waren. Die Strecke aus Blaustein war als einizige Strecke nicht zusätzlich betroffen, dort fahren wegen Bauarbeiten ohnehin Busse.
Gegen halb neun Uhr fuhren wieder die ersten Züge. Es handelte sich zunächst um dieselbetriebene Bahnen. Auch Elektrozüge in Richtung Neu-Ulm konnten wieder fahren. Die Deutsche Bahn meldete die Freigabe dann um 09.15 Uhr. Der Zugbetrieb sei wieder möglich, hieß es. Dennoch kam es auch danach noch zu Folgeverspätungen. Der Fahrplan normalisierte sich nur sehr langsam. Viele Reisende erreichten ihre Ziele erst mit großer Verspätung.
Erst vor knapp zwei Wochen kam es zu einem stundenlangen Stillstand am Ulmer Hauptbahnhof wegen es Defekts am Stellwerk.