Ulm: Nadelöhr an der Neutorbrücke überrascht Autofahrer

Marode Brücke ist enger geworden

Neue Betonsperren verengen seit Samstag die Neutorbrücke in Ulm. Eigentlich für die dort verbotenen Lkw-Fahrer, aber auch Autofahrer bekommen an der Engstelle Probleme.

Die Stadt will damit die historische Brücke vor zu schweren Fahrzeugen schützen. Für Fahrer bedeutet dies eine Breitenbegrenzung auf 2,10 Meter. Immer wieder müssen Autofahrer vor der Engstelle wenden, was zu Verkehrsbehinderungen führt.

Am Montagmorgen wurden einige Autofahrer auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit von den Sperren überrascht. Wer vom Eselsberg kam, musste vor den Betonblöcken hinter der abknickenden Vorfahrt teils stark abbremsen. Nicht jeder schafft die Durchfahrt ohne Kontakt. Zahlreiche Farbspuren an der rechten Betonwand zeugen schon nach einem Tag von gestreiften Außenspiegeln. Das Manövrieren an der Engstelle verläuft meist ohne Hupkonzerte.

Betroffen sind vor allem Fahrer von Fahrzeugen mit mehr als 2,10 Metern Breite. Dazu gehören auch viele leichte Wohnmobile unter 3,5 Tonnen. Ihre Navigationssysteme leiten sie oft fälschlicherweise über die Brücke. Meist sind die exakten Fahrzeugmaße im Gerät nicht gespeichert. Das führt zu unplanmäßigen Wendemanövern.

Dauerhafte Lösung im Sommer

Die Stadtverwaltung verteidigt die Maßnahme als notwendig. Die Neutorbrücke stammt aus dem Jahr 1906. Ihre Statik ist für den heutigen Verkehr nicht ausgelegt. „Weder die umfangreiche Beschilderung noch die bislang ergriffenen Maßnahmen reichen hier aus“, sagt Straßenbau-Chef Michael Jung. Die Sperren sollen Tonnage-Verstöße von Lkw verhindern.

Anwohner berichten schon am ersten Sonntag von rangierenden Wohnwagen-Gespannen. Einige Autofahrer überholen breite Fahrzeuge, die sich vorsichtig hindurchzwängen, über die Gegenspur. Die aktuelle Betonsperre ist ein Provisorium. Im Sommer soll eine optisch ansprechendere Lösung kommen. Diese wird auch dem Denkmalschutz der historischen Brücke gerecht.

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