Insgesamt kamen rund 654.000 Gäste in die Zweilandstadt, dazu wurden etwa 1,145 Millionen Übernachtungen gezählt. Das ist jeweils ein Plus von rund 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Deutschland bleibt mit etwa 77 Prozent der wichtigste Herkunftsmarkt. Bei internationalen Gästen liegen die Niederlande vor der Schweiz, Italien, Österreich und Belgien.
Ein Großteil der Übernachtungen entfällt weiterhin auf die Sommermonate. Fast 40 Prozent wurden zwischen Mai und August registriert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 1,75 Tagen und bleibt damit stabil. Ulm und Neu-Ulm sind weiterhin ein sogenanntes Transit-Ziel, viele Gäste bleiben nur über eine Nacht.
Die Bettenauslastung lag 2025 bei rund 48,1 Prozent, verteilt auf 67 Betriebe. Da viele Gäste aber oft ein Zimmer mit zwei Betten beanspruchen, liegt die Zimmerbelegung bei vielen Hotels zwischen 60 und 70 Prozent.
Auffällig ist eine Veränderung im Buchungsverhalten: Die Zahl der Gruppenführungen ist zurückgegangen, während klassische Stadtrundgänge leicht zulegen konnten. Der Trend geht laut UNT klar hin zu Individualreisen und kleineren Gruppen. Auch Online-Plattformen wie GetYourGuide gewinnen bei Buchungen zunehmend an Bedeutung.
Die Bedeutung der Branche für die Region ist hoch: Rund 10.000 Menschen arbeiten im Tourismus, die jährliche Wertschöpfung liegt bei fast 350 Millionen Euro. Damit das so bleibt, sind für die kommenden Jahre bereits weitere Maßnahmen geplant. Dazu gehören unter anderem die Weiterentwicklung digitaler Angebote, ein neues Besucherleitsystem sowie die stärkere Vernetzung von Hotellerie, Gastronomie und weiteren Partnern.
Ein neuer Übernachtungsrekord bedeutet aber nicht gleich mehr Umsatz, das Konsumverhalten der Menschen ändert sich in den letzten Jahren durch weltliche Ereignisse. „Real gehen die Umsätze eigentlich zurück, gerade in der Gastronomie. Da müssen wir mehr Leute im Bereich Tagestourismus herholen und ihnen ein besonderes Städteerlebnis bieten“, sagt UNT-Geschäftsführer Wolfgang Dieterich. Denn dann würden die Besucher auch für einen zweiten Kaffee sitzen bleiben.
Des Weiteren laufen die Vorbereitungen für größere Ereignisse wie das Münsterjubiläum 2027 und die Landesgartenschau 2030. Auch im Bereich Messen und Kongresse soll die Region weiter gestärkt werden.
Zusätzlichen Rückenwind bekommt die Zweilandstadt durch internationale Rankings: Der Reiseführer „Marco Polo“ zählt Ulm zu den Top-Reisezielen 2026. Zudem wurde Ulm vom Wellnessreiseveranstalter FIT Reisen im europäischen Vergleich als besonders stressfreie Destination bewertet, in Deutschland auf Platz eins, europaweit auf Platz drei.
Ausblick mit Vorsicht
Trotz der positiven Zahlen dämpft die UNT überzogene Erwartungen. Die Rekordentwicklung könne sich nicht unbegrenzt fortsetzen, meint Dieterich. Künftig gehe es stärker um Qualität, nachhaltige Angebote und die Einbindung der Bevölkerung.
Dennoch bleibt die Richtung klar: Ulm und Neu-Ulm wollen ihre Position als attraktives Städtereiseziel weiter ausbauen, mit neuen Ideen und einem stabilen Tourismus als wirtschaftlicher Säule der Region.