Ulm - Neue Verkehrsführung überfordert viele Autofahrer

Baustelle

Seit dem Wochenende ist in Ulm die Blaubeurer-Tor-Brücke komplett gesperrt. Viele Autofahrer waren von der neuen Beschilderung überfordert, es kam zu wilden Spurwechseln und langen Staus.

Die komplette Sperrung der Blaubeurer-Tor-Brücke hat Ulm am Samstag zum Dauerstau auf der Bundesstraße 10 geführt. Eine neue, ungewohnte Verkehrsführung überforderte tausende Autofahrer. Trotz zahlreicher Schilder kam es zu Staus und gefährlichen Spurwechseln. Die marode Brücke muss abgerissen werden.

In der Nacht zu Samstag wurde die Verkehrsführung grundlegend geändert. Arbeiter passten die Fahrbahnmarkierungen und die Schilder an. Seitdem rollt der Verkehr nicht mehr über die Brücke. Er wird durch eine große Unterführung umgeleitet. Die Ziele der Fahrspuren haben sich komplett gedreht.

Bisher ging es auf der linken und mittleren Spur Richtung Autobahn. Die rechte Spur führte in die Stadt und zu den Einkaufszentren. Jetzt ist es genau umgekehrt. Die mittlere und rechte Spur führen nun zur Autobahn. Für die Fahrt in die Stadt muss die linke Spur genutzt werden. Große Schriftzüge auf der Fahrbahn und eine Schilderbrücke weisen darauf hin.

Gewohnheit siegt über Schilder

Am ersten Tag zeigte sich ein Bild der Überforderung. Viele einheimische Autofahrer fuhren wohl aus reiner Gewohnheit vor sich hin. Sie ignorierten die neue Beschilderung komplett. Auswärtige versuchten, sich an die neuen Wegweiser zu halten. Das führte zu einem unberechenbaren Durcheinander.

Selbst Fahrer von Linienbussen waren überfordert. Sie achteten nicht auf die neuen Schilder. Plötzlich wechselten sie über drei Spuren. Damit blockierten sie den gesamten Verkehr. Ein Hupkonzert war immer wieder die Begleitmusik. Zu Unfällen kam es bisher nicht. Ein Stau von mehreren hundert Metern und wilde Spurwechsel waren aber der Dauerzustand.

Auf den beiden rechten Spuren geht es nun in die Unterführung. Von dort führt der Weg wieder hinauf auf die Wallstraßenbrücke. Die Abfahrt zur Kienlesbergstraße war am Samstag komplett überlastet. Viele Autos kamen aus Oberschwaben. Sie wollten wohl zu IKEA auf der gewohnten rechten Spur. Nun landeten sie auf dem Kienlesberg und suchten einen Ausweg.

Stadt informierte im Vorfeld massiv

Die Stadt hatte die neue Verkehrsführung wochenlang beworben. Über die App „ulmbautum“ und die Projekt-Webseite wurde informiert. Auch Plakate und Medienberichte gab es zahlreich. Doch offenbar wurden nicht genügend Autofahrer erreicht. Die Realität am Samstag sprach eine deutliche Sprache.

Die Situation wird weiterhin durch die Stadtverwaltung un den Verkehrsabsicherer beobachtet. Wenn nötig, werden weitere Schilder aufgestellt. An der riesigen Baustelle stehen bereits 1.800 Absperrschranken. Dazu kommen 350 Leitbaken und 110 Verkehrszeichen.

Der Abriss der Brücke steht kurz bevor. Sie wird erst angehoben, um das historische Tor darunter zu schützen, dann folgt der Abriss. Parallel laufen bereits die Arbeiten für einen neuen Tunnel. Er soll zukünftig den Verkehr der B10 aufnehmen.

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