In den Zelten prüften Polizisten die Fahrtüchtigkeit mit Alkoholtests und Urin-Schnelltests. Neun E-Scooter-Fahrer standen unter Drogeneinfluss; ein Polizeiarzt nahm vor Ort Blut ab. Zugleich suchten Fahnder in Autos, auf Motorrädern, Rädern, Rollern und zu Fuß nach Verstößen. Zweimal fehlten Kennzeichen, was Verfahren nach dem Pflichtversicherungsgesetz auslöste. Ein 13-Jähriger war zu jung, musste seinen Roller stehen lassen und wurde nach einer Belehrung vom Vater abgeholt.
Auf dem Rollenprüfstand kontrollierten die Beamten, ob die Scooter maximal 20 km/h fahren. An einem Schulzentrum waren in den vergangenen Wochen bis zu 120 km/h schnelle Roller aufgefallen. Am Montag erlosch bei drei Rollern wegen manipulierter Software die Betriebserlaubnis; die Polizei beschlagnahmte sie. Ein Scooter erreichte rund 55 km/h. Hauptkommissar Andreas Egle von der Ulmer Prävention kennt das Problem. „Wir haben mittlerweile das Thema, dass immer mehr in Privatbesitz sind“, erklärt Egle. Daher würden „die Scooter sehr oft manipuliert werden in Bezug auf die Geschwindigkeit“, so Egle. „Und die Leute haben in aller Regel keinen Führerschein“, warnt Egle.
Solch einen Fall stoppte ein Motorradpolizist, der einen Fünfzehnjährigen zur Kontrollstelle brachte. Oberkommissar Peter Harscher vom Verkehrsdienst Laupheim schildert den Fall. „Anfangs hat der 15-jährige Jugendliche gesagt, dass der Roller 20 km/h läuft“, sagt Harscher. Auf Nachfrage gab der Teenager das Tuning zu. „Ein wenig später hat er dann spontan eingeräumt, dass das Fahrzeug getunt ist übers Handy“, so Harscher. Per Bluetooth lag das Limit bei 45 km/h, weshalb der Roller als Kraftfahrzeug gilt. Ihm drohen Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz. „Sollte der Roller versichert sein auf die Mutter oder Vater, kommen dann parallel die Halteranzeigen dazu“, so Harscher.
Während der Jugendliche vernommen wurde, fuhr sein Roller auf dem Prüfstand anfangs nur 20 km/h. Als die Polizisten über die Sperre rätselten, half eine zuvor kontrollierte Fahrerin. Sie kannte eine Tastenkombination von ihrem Ex-Freund, der dasselbe Modell getunt hatte. Plötzlich fuhr der Scooter auf dem Prüfstand 35 km/h. „Ich kannte halt Leute, die so was hatten, so einen Booster“, sagte sie. Solche Modelle kosteten bis zu 900 Euro, ihr Roller 300 Euro. „Es steht meistens in der Bedienungsanleitung des E-Rollers“, sagt sie. Auch auf TikTok sehe man das.
Eine 17-jährige Fahrerin war beim Anblick der Polizei erst „erschrocken“, lobte die Kontrolle aber, da Raser andere gefährden. „Und ja, das kann auch manchmal das Leben kosten“, betont sie. Sicher sind laut Egle aber Miet-E-Scooter. „Die sind aus verkehrsrechtlicher Sicht in aller Regel sicher“, sagt er und rät zu Bremsübungen. Ab 14 Jahren gelten Versicherungspflicht, intakte Bremsen, Licht, Klingel sowie Verbot von Gehwegen und Beifahrern. Die Polizei kontrolliert künftig weiter in der Innenstadt und an Schulen.