Ulm: Scheckübergabe für Kriegsgräber – Debatte über Sammlungen an Friedhöfen

Krieg und Frieden

Im Ulmer Rathaus fand die jährliche Scheckübergabe an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge statt. Die Spenden stammen aus Aktionen am Stadthaus, an Friedhöfen und innerhalb der Bundeswehr. Kritiker hinterfragen insbesondere die Sammlungen an Friedhöfen und die enge Verbindung von Stadt, Bürgern und militärischen Traditionen in Ulm.

Im Ulmer Rathaus wurde ein Scheck über 8.727,19 Euro an den Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Oliver Wasem, übergeben. Oberbürgermeister Martin Ansbacher und Brigadegeneral Thomas Seifert überreichten die Summe, die aus den jährlichen Bürger‑ und Bundeswehrsammlungen stammt. Die Aktionen begannen im Oktober 2025 am Stadthaus am Münsterplatz. Zusätzlich wurden an Allerheiligen am Hauptfriedhof und weiteren Friedhöfen im Alb‑Donau-Kreis Spenden gesammelt.

Das Geld des Volksbundes wird verwendet, um Kriegsgräber zu pflegen und den Erhalt der Erinnerungskultur durch Bildungs‑ und Gedenkprojekte zu unterstützen. Es fließt auch in die Jugendarbeit des Volksbundes. Die Spendenaktion wird teilweise kontrovers diskutiert.

Pro: Stadt und Volksbund betonen, dass die Mittel der Pflege von Kriegsgräbern und der Förderung der Erinnerungskultur dienen. Oberbürgermeister Ansbacher lobte die großzügige Beteiligung der Ulmer Bürgerinnen und Bürger und hob den hohen Stellenwert des bürgerschaftlichen Engagements hervor.

Contra: Kritiker hinterfragen besonders die Sammlungen auf Friedhöfen, da sie die Besucher in einem sensiblen Umfeld unter Mitmachdruck setzen könnten. Aus Sicht lokaler Friedensgruppen stärken solche Aktionen zudem die enge Verbindung von Stadt, Bundeswehr und militärisch geprägter Tradition in Ulm. Einige Stimmen fordern auch mehr Transparenz und eine kritische öffentliche Diskussion darüber, wie Erinnerungskultur gestaltet wird.

Die Debatte zeigt, dass das Thema Kriegsgräberpflege und Erinnerungskultur in Ulm gesellschaftlich kontrovers wahrgenommen wird: Einerseits als wertvolles Engagement, andererseits als symbolische Verstärkung militärischer Traditionen in der Region.

Das könnte Dich auch interessieren

28.01.2026 NATO-Kommando Ulm im Fokus: Wie sicher ist Europa? Europa steht vor wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen. Eine zentrale Rolle spielen dabei das in Ulm stationierte NATO-Kommando Allied Joint Support and Enabling Command (JSEC) sowie das Multinationale Kommando Operative Führung. Welche Aufgaben diese Einrichtungen übernehmen und welchen Beitrag sie zur Verteidigung Europas leisten, steht im Mittelpunkt eines öffentlichen Vortrags Ende Februar. Ulm und die Bündnisverteidigung von 13.03.2026 "Kriegsspiele": Zweiwöchige NATO-Übung in Ulm startet am Montag - mit Fotogalerie Am Montag beginnt in Ulm die zweiwöchige NATO-Übung STEADFAST FOXTROT 2026. Drei Planspiele testen Versorgung, Logistik und medizinische Betreuung von Truppen unter realistischen Bedingungen. Ulm als NATO-Standort sorgt für Lob wegen seiner Einsatzbereitschaft, aber auch für Kritik an Militarisierung und Kosten. 02.03.2026 Medienbericht: Urlauber aus Ulm in Dubai gestrandet – Schutz vor Raketen im Hotel Nach den jüngsten iranischen Gegenangriffen auf die Golfregion sind auch Urlauber aus Schwaben in Dubai gestrandet. Wie die Südwest Presse berichtet, mussten drei Ulmer in ihrem Hotel Schutz suchen, sich von Fenstern und Türen fernhalten und mehrere Stunden im Flur ausharren. Ulmer Urlauber in Dubai gestrandet Der internationale Flughafen von Dubai ist aktuell geschlossen, tausende 26.01.2026 Widerstandsfähigkeit: Wie sicher ist die Innovationsregion Ulm/Neu-Ulm im Ernstfall? Wie belastbar ist die Innovationsregion Ulm, wenn kritische Infrastrukturen ausfallen? Vertreter von Politik, Energieversorgung, Gesundheitswesen und Militär diskutierten bei einer Podiumsrunde der Innovationsregion Ulm e.V. über den Stand der Krisenvorsorge, bestehende Stärken und Handlungsbedarf. Gut vorbereiten – aber keine Panik Teilnehmende waren Klaus Eder (SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm), Prof. Dr. Udo X. Kaisers (Universitätsklinikum Ulm), Generalleutnant