Im Gewerbegebiet hatte sich der Schnee zu einer Eisfläche festgefahren. Die Straße „Stelzenäcker“ wurde zur unüberwindbaren Falle. Eine leichte Steigung zur Bahnbrücke wurde für Sattelzüge zum Problem. Der geringe Anpressdruck auf der Antriebsachse führte zu durchdrehenden Rädern. Und auch der Kreisverkehr vor dem Containerbahnhof war über eine Stunde blockiert.
Der dort festsitzende Lkw sorgte für einen nahezu vollständigen Stillstand. Ein Streufahrzeug wurde angefordert. Die Polizei versuchte, den Verkehr zu regeln. Erst gegen 09:30 Uhr löste sich der Stau langsam auf. Der Rückstau reichte an der Ausfahrt Ulm-Nord bis auf die Autobahn 8 zurück.
Auch auf den Landstraßen gab es Behinderungen. Auf der Landesstraße von Ulm-Jungingen nach Beimerstetten stürzten Bäume um. Ein Taxi prallte in der Nacht gegen einen umgestürzten Baum. Es stand am Morgen noch beschädigt in einer Bushaltestelle.
Die Straße wurde aus Sicherheitsgründen in beiden Richtungen gesperrt. Doch viele Autofahrer ignorierten die Sperrschilder. Sie fuhren trotzdem durch den gefährlichen Abschnitt. Immer wieder brachen Äste unter der Schneelast ab.
Die Bilanz der Nacht ist erheblich. Laut Polizeisprecherin Johanna Christau gab es „circa 50 Verkehrsunfälle“ mit einem Sachschaden von „etwa 350.000€“. Glücklicherweise wurden dabei „nur 2 Leichtverletzte“ gemeldet.
Christau erklärt auch die Straßensperrungen: „Aktuell sind die Straßen bei Beimerstetten gesperrt, Grund hierfür ist die Schneelast auf den Bäumen“. Es bestehe die Gefahr von „sogenanntem Schneebruch“.
Die Polizei appelliert dringend an die Vernunft der Fahrer. Man solle „seine Scheiben komplett frei machen und auch den Schnee von seinem Dach runter schieben“. Besonders bei Lkw sei die Gefahr durch herabfallende Eisplatten groß. Diese könnten „durch die Scheiben von den dahinter fahrenden Fahrzeugen brechen“.
Die Strecke zwischen Jungingen und Beimerstetten wurde nach Prüfung wieder freigegeben. Die Landstraße von Beimerstetten Richtung Weidenstetten bleibt jedoch gesperrt. Die kommenden Tage versprechen keine Besserung. Meteorologen warnen vor Minusgraden. Bereits am Dienstagmorgen könnte Glatteis erneut für gefährliche Straßen sorgen.