Dazu gehören der Umbau des Ehinger Tors, der Umbau mehrerer Fernwärme-Leitungen und die Erneuerung des Abwasserkanals unter der Olgastraße. Manche der Bauarbeiten werden zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen. Die Stadt und die beteiligten Unternehmen informierten über die Details.
Der riesige Kran, der den Westteil der Wallstraßenbrücke abgerissen hat, ist größtenteils abgebaut. Nördlich der Brücke werden derzeit fünf neue Turmdrehkräne aufgebaut, um die Brückenbaustelle mit Material zu versorgen. Auch nachts wird hier gearbeitet, um bis zum 10. April die Bahnstrecke nach Blaustein und die Straßenbahn zum Eselsberg pünktlich freigeben zu können. Der im Umbau befindliche Blaubeurer-Tor-Ring wurde aufgeweitet und bekam den liebevollen Spitznamen „Car-Toffel“, da er derzeit in der Draufsicht einer Kartoffel ähnelt. In den nächsten Wochen wird daraud „Imola“, denn wie die Formel-1-Rennstrecke in Oberitalien kommt eine enge Kurve hinzu, um Platz für Bauarbeiten im Inneren zu schaffen. Projektleiter Gerhard Fraidel stellt aber in seiner humorvollen Art klar, dass es weder eine Steilkurve geben wird, noch Rundenzeiten gestoppt werden.
Die Adenauerbrücke, die zentrale Verkehrsader der B10 über die Donau zwischen Ulm und Neu-Ulm, wird in mehreren Phasen neu gebaut. Seit März 2025 laufen die Arbeiten. Die Hauptbauphase startet im September 2026. Dann wird die Zahl der Fahrspuren reduziert. Dies führt unweigerlich zu Staus. Jürgen Gleixner vom Staatlichen Bauamt Krumbach erklärte die Notwendigkeit. Der Neubau bei laufendem Verkehr ist ein komplexes Unterfangen. Er dauert voraussichtlich bis Ende 2028. Besonders im August 2026 kommt es zu starken Einschränkungen. Dann werden für eine Woche nur vier Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Auch Radfahrer und Fußgänger müssen mit Sperrungen rechnen. Der Zick-Zack-Steg wird zeitweise geschlossen sein.
Auch das Ehinger Tor wird komplett umgestaltet. Die Baumaßnahmen sind Teil der Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2030. Michael Jung, Hauptabteilungsleiter Verkehrsplanung und Straßenbau der Stadt Ulm, betonte: „Wir schaffen hier ein neues, modernes Eingangstor zur Innenstadt.“ Die Hauptarbeiten beginnen im Juli 2026. Sie umfassen den Umbau der Haltestellen und die Verlegung von Leitungen. Die Glacis-Route entlang des Bismarckrings wird hergestellt. Die Haltestelle Ehinger Tor wird modernisiert. Dazu müssen erst Leitungen im Untergrund verlegt und saniert werden. Ab Montag werden in der Neue Straße auf Höhe des Universumcenter zwei der fünf Fahrstreifen wegfallen. Die Anbindung des Dichterviertels bleibt über zwei Zufahrten und zwei Ausfahrten gewährleistet. Die Stadt verspricht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.
In der Olgastraße wird der Hauptkanal saniert. Die Arbeiten sind dringend notwendig. Sie finden in zwei Abschnitten statt. Der erste Abschnitt beginnt bereits am 23. März 2026. Er erstreckt sich vom Bahnhof bis zur Syrlinstraße. Georg Scholz von den Entsorgungsbetrieben Ulm (EBU) erklärte: „Wir arbeiten grabenlos, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.“ Dabei wird ein mineralisches Verfahren angewendet. Der zweite Abschnitt folgt ab Mitte August. Hier kommt ein Inliner-Verfahren zum Einsatz. Trotz der grabenlosen Methode sind Sperrungen und Umleitungen unvermeidlich. Einzelne Fahrspuren müssen als Zugang zur Baustelle im Untergrund gesperrt werden.
Parallel zu den Straßenbauarbeiten treiben die Stadtwerke den Glasfaserausbau voran. Der FTTH-Ausbau (Fiber to the Home) wird in mehreren Stadtteilen fortgesetzt. Dazu gehören Wiblingen und der Eselsberg. Auch hier kommt es zu kleineren Baustellen. Steffen Keller von den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH (SWU) sagte: „Der Ausbau ist eine wichtige Investition in die digitale Zukunft Ulms.“ In Wiblingen Nord hat der Ausbau bereits begonnen. Dort werden 737 Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen. Am Eselsberg-Mitte II starten die Arbeiten im April 2026.
Die Koordination der vielen Baustellen ist eine große Herausforderung. Alle Beteiligten versprechen eine transparente Kommunikation. Die Bürger sollen frühzeitig über alle Änderungen informiert werden. Auf der Webseite der Stadt Ulm finden sich detaillierte Informationen zu allen Projekten. Die kommenden Jahre werden für die Ulmer eine Geduldsprobe. Doch bis zur Landesgartenschau 2030 sollen neben dem Ausstellungsgelände auch zahlreiche Infrastrukturprojekte umgesetzt werden. Das Blaubeurer Tor wird von der darüber hinwegführenden Brücke befreit sein, der Verkehr fließt in einem Tunnel daran vorbei. Die beiden Donaubrücken Adenauerbrücke und die Gänstorbrücke werden durch Neubauten ersetzt sein. Die Fernwärme Ulm hat dann ihr Netz von Dampf auf effektiveres Heißwasser umgestellt und in vielen Bereichen der Stadt bringen Glasfaserleitungen schnelles Internet in die Wohnungen.