Ulmer Friedenswochen 2023: Macher bedauern geringes Medien-Echo

Krieg und Frieden

Über 30 gut besuchte Veranstaltungen verschiedenster Themen zu „Krieg und Frieden“ im Laufe des Septembers: das waren die Ulmer Friedenswochen 2023 – und die sind auch schon wieder Geschichte. Das 33-köpfige Orga-Team zieht jetzt abschließend eine gemischte Bilanz.

Nach Auswertung der Feedbacks der Veranstalter ziehen zum Abschluss der Ulmer Friedenswochen 2023 die 33 Organisatoren der Veranstaltungsreihe eine gemischte Bilanz. Auf der positiven Seite stehen in diesem Jahr erneut eine Reihe von erfolgreichen und qualifizierten Veranstaltungen mit reger Besucherbeteiligung und vielen engagierten Diskussionen. Eine außerordentlich hohe Besucherresonanz hatte die Veranstaltung „Welche neue Weltordnung wollen wir?“, bei der Überlegungen thematisiert worden sind, wie die derzeitig aktivierte Tendenz zur kriegerischen Konfrontation durch global gerechte und friedensfähige Alternativen ersetzt werden könnte. Aber auch die Veranstaltung „Die vierte Staatsgewalt – die Medien und der Krieg“ war überdurchschnittlich gut besucht, allerdings – bis auf eine Ausnahme – nicht von den lokalen Medienvertretern, schreiben die Veranstalter in einer Mitteilung.

Macher bedauern geringes Medien-Echo

Elend und Entrechtung statt Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit

Wichtig war den Organisatorinnen und Organisatoren der Friedenswochen auch die Thematisierung des faktischen Krieges, der an Europas Grenzen gegen Menschen auf der Flucht geführt wird. Die Abschreckung, die Ablehnung und Abwehr, die sprachliche und politische Umwandlung von Menschen in Zahlen und Statistikgrößen, die Entwicklung eines kollektiven europäischen Asylverweigerungssystems, der Aufbau von Orten des Elends und der Entrechtung, die Pakte mit diktatorischen Machthabern und autoritären Regimes, all das zeigt sich als Abgesang auf die sonst so oft beschworenen „europäischen Werte“: auf Menschenrechte, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit. In diesem Rahmen erleben wir keine „Flüchtlingskrise“, sondern eine fundamentale (Menschen-)Rechtskrise, so die Friedensaktivisten.

Engagement zu Frieden und Gerechtigkeit

Generell war es ernüchternd, aber auch bezeichnend für den medialen Mainstream, wie wenig über alle Veranstaltungen der Ulmer Friedenswochen 2023 öffentlich berichtet wurde, so die Veranstalter. Bürgerschaftliches Engagement zu Frieden und Gerechtigkeit sei zur Zeit offensichtlich medial nicht opportun, heißt es weiter. Bemühungen um friedliche Lösungen z. B. in der Ukraine würden nicht mehr öffentlich erörtert. Aber wäre das nicht ein ureigener journalistischer Auftrag in unserer Demokratie, auch Alternativen zum bestehenden militaristischen Mainstream öffentlich aufzuzeigen, zumindest darüber zu berichten, wenn sie gesellschaftlich thematisiert werden? - fragen die Organisatorinnen und Organisatoren der Ulmer Friedenswochen.

Friedenswerkstatt Ende Oktober

Alle, die auch nach der Veranstaltungsreihe Bedarf verspüren, sich weiter über neue Gedankenansätze und mögliche neue Engagements auszutauschen, sind herzlich eingeladen, am Samstag, dem 28.10.2023, von 14 – 18 Uhr in die Ulmer Volkshochschule zu einer „Friedenswerkstatt“ zu kommen. Dort sollen gemeinsam neue Ideen entwickelt werden, um in der Region friedliches bürgerschaftliches Engagement weiter zu verfestigen. Alle Infos dazu gibt es hier.

Das könnte Dich auch interessieren

24.04.2026 Große Jubiläumsfeier: 80 Jahre Ulmer Volkshochschule - Ein Erbe aus Mut und Demokratie Die Ulmer Volkshochschule feiert in diesem Jahr ihr 80-jähriges Bestehen! Was heute eine moderne Bildungseinrichtung ist, begann 1946 als mutiges Projekt von Inge Aicher-Scholl, um das Vermächtnis ihrer in der NS-Diktatur hingerichteten Geschwister Hans und Sophie Scholl weiterzutragen. Wir blicken auf das große Jubiläumsjahr und die bewegte Geschichte einer sehr besonderen Volkshochschule, die in Deutschland auf ihre Art schlichtweg einmalig ist. 07.09.2026 Kirchenfragen, Mahnwache und Wehrpflicht: Ulmer Friedenswochen gehen in die zweite Woche Die 22. Ulmer Friedenswochen starten heute in ihre zweite Veranstaltungswoche. Bis Sonntag gibt es in Ulm und Neu-Ulm wieder mehrere Termine rund um Frieden, Krieg, Menschenrechte und gesellschaftliches Zusammenleben. Diskussion und Friedensmahnwache in Ulm Los geht es am heutigen Montag um 19:30 Uhr im Bürgerhaus Mitte in der Schaffnerstraße. Bei der Veranstaltung „Welt in Unordnung 01.09.2026 Ulmer Friedenswochen starten wieder: 36 Veranstaltungen bis Anfang Oktober Auftakt mit Mahnwache in der Ulmer Innenstadt Los geht es am Mittwoch, 2. September, um 17 Uhr mit einer Friedensmahnwache am ehemaligen Berblingerbrunnen in der Ulmer Fußgängerzone. Dabei geht es unter anderem um die Kriege in der Ukraine sowie in Israel und Palästina und um die Forderung nach Waffenstillständen und Verhandlungen. Am Freitag, 4. September, 26.03.2026 Ulm: Scheckübergabe für Kriegsgräber – Debatte über Sammlungen an Friedhöfen Im Ulmer Rathaus wurde ein Scheck über 8.727,19 Euro an den Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Oliver Wasem, übergeben. Oberbürgermeister Martin Ansbacher und Brigadegeneral Thomas Seifert überreichten die Summe, die aus den jährlichen Bürger‑ und Bundeswehrsammlungen stammt. Die Aktionen begannen im Oktober 2025 am Stadthaus am Münsterplatz. Zusätzlich wurden an Allerheiligen am Hauptfriedhof und weiteren Friedhöfen im