Der Ulmer Münsterpfarrer Peter Schaal-Ahlers spricht sich gegen Eintrittsgebühren für stark besuchte Kirchen aus. Anlass ist die aktuelle Diskussion um kostenpflichtige touristische Besuche in großen Gotteshäusern.
Der Kölner Dom will ab Juli 2026 zwölf Euro Eintritt für touristische Besuche verlangen. Gottesdienste und persönliches Gebet sollen weiterhin kostenlos bleiben. Für Schaal-Ahlers ist eine solche Lösung trotzdem problematisch.
Nach Ansicht des Ulmer Münsterpfarrers verändert eine Eintrittsgebühr nicht nur die Finanzierung einer Kirche, sondern auch deren Atmosphäre. Eine offene Kirche sei ein Ort, an dem niemand erklären müsse, warum er komme.
Mit einem Ticket werde aus einem offenen Raum dagegen ein kontrollierter Ort. Schaal-Ahlers formuliert es deutlich: „Hinter einer Bezahlschranke wohnt ein anderer Geist als in einer Kirche mit offenen Türen.“
Er warnt außerdem davor, dass aus Gästen Kunden werden könnten, die für ihr Eintrittsgeld bestimmte Erwartungen haben.
Dass der Unterhalt großer und touristisch stark besuchter Kirchen viel Geld kostet, stellt Schaal-Ahlers nicht infrage. Er setzt aber auf eine andere Lösung: freiwillige Spenden.
Diese müssten nach seiner Einschätzung stärker und offensiver beworben werden. So könnten sich Besucher an den laufenden Kosten beteiligen, ohne dass jemand wegen eines Eintrittspreises draußen bleiben muss.
Eintrittsgebühren sind bei bekannten Kirchen längst kein Einzelfall. Unter anderem verlangen der Berliner Dom, die Sagrada Família in Barcelona und die Westminster Abbey in London Geld für touristische Besuche.
Am Ulmer Münster plädiert Peter Schaal-Ahlers dagegen weiter für offene Türen und freiwillige Unterstützung.