Ulmer Neutorbrücke: Betonblöcke gegen ignorante Lkw-Fahrer - mit Fotogalerie

Bauliche Lösung als letzter Ausweg

Die Stadt Ulm hat massive Sperren an der Neutorbrücke aufgestellt, weil täglich bis zu 70 Lastwagen das dortige Fahrverbot ignoriert haben. Die marode Brücke darf nur noch von Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen genutzt werden. Fußgänger und Radfahrer kommen weiter durch.

Die Stadt Ulm schützt die marode Neutorbrücke. Am Samstag wurden massive Betonblöcke aufgestellt. Sie sollen schwere Lkw an der verbotenen Durchfahrt hindern. Die Brücke ist eine beliebte Umgehung für die Sperrung der Bundesstraße 10 in Richtung Süden. Fußgänger und Radfahrer können die Brücke weiterhin passieren.

Die Maßnahme war dringend notwendig geworden. Bisher galt eine Beschränkung auf 3,5 Tonnen. Linienbusse durften die Brücke zur Anfahrt einer Haltestelle bis Dezember 2024 nutzen. Der schlechte Zustand des Bauwerks beendete diese Ausnahme nun.

Bis zu 70 Lkw pro Tag missachteten das Verbot für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht. Provisorische Engstellen sollten das in dne letzten Monaten verhindern, doch sie wurden immer wieder beschädigt oder verschoben. Nun begrenzen Betonblöcke die Durchfahrt auf 2,10 Meter Breite

Wie wichtig die Sperre ist, zeigte ein Vorfall während der Aufbauarbeiten. Plötzlich kam ein litauischer Sattelzug angefahren. Er hatte wohl schon im Lehrer Tal eine Tonnage-Beschränkung ignoriert. Auch er wollte offenbar die Brücke verbotenerweise nutzen. Beim nun notwendigen Abbiegen in Richtung Michelsberg überfuhr der Fahrer ein im Grünstreifen liegendes Verkehrszeichen. Mit seinem Auflieger verdrehte er zudem ein Schild der 30er-Zone. Passanten witzelten bereits, wie lange es bis zum ersten feststeckenden Lkw dauere.

Bauliche Lösung als letzter Ausweg

Die Neutorbrücke stammt aus dem Jahr 1906. Sie ist für die heutigen Verkehrsbelastungen statisch nicht mehr ausgelegt. „Die umfangreiche Beschilderung und bislang ergriffenen Maßnahmen reichen hier leider nicht aus“, sagt Michael Jung. Er ist Hauptabteilungsleiter für den Straßenbau in Ulm. „Wir sehen, dass Regeln ignoriert werden. Deshalb setzen wir jetzt auf eine bauliche Lösung.“Die aktuellen Betonblöcke sind nur eine Übergangslösung. In den Sommerferien folgt der Einbau einer endgültigen Begrenzung. Diese wird fest im Boden verankert sein. Damit ist sie auch bei Unfällen nicht verschiebbar. Spezielle Fertigteile sollen sich besser in das Umfeld der denkmalgeschützten Brücke einfügen. Für diesen Einbau wird eine einwöchige Vollsperrung nötig sein. Parallel laufen Untersuchungen für eine umfassende Sanierung des Bauwerks.

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