Geboren am 24. Dezember 1927 in Ulm spürte er früh, dass der nationalsozialistische Drill nicht sein Weg sein würde. Schon als Zehnjähriger entzog er sich dem Dienst in der Hitlerjugend.
An der Kepler-Mittelschule fand er in Reinhold Settele und Heinz Feuchter Freunde, mit denen er sich politisch entwickelte und Haltung gewann. Gemeinsam begannen die Jugendlichen, sich dem Regime entgegenzustellen: mit Parolen an Wänden, dem Hören von „Feindsendern“ und kleinen Sabotageakten gegen den Krieg. Als Fritz Bauknecht gefragt wurde, warum er nicht zum HJ-Dienst komme, antwortete er schlicht: „Weil ich das ablehne. Ich will Freiheit, Demokratie und Frieden.“
Dass er für diesen Mut nicht verhaftet oder Schlimmeres erleiden musste, war auch dem Schutz seines Umfelds zu verdanken. Kurz vor Kriegsende desertierte er gemeinsam mit Reinhold Settele und versteckte sich auf der Alb. Am 24. April 1945, dem Tag der Befreiung Ulms durch die US-Armee, kehrte der 17-Jährige mit dem Fahrrad in seine Heimatstadt zurück.
Die Erfahrungen von Diktatur und Krieg prägten ihn ein Leben lang. In der Nachkriegszeit trat er der SPD bei und engagierte sich in der Jugendarbeit. Auch nach seinem Wegzug aus Ulm, in die Schweiz und später nach Italien an den Gardasee, blieb er der Stadt eng verbunden. Seit den 1980er Jahren berichtete er als Zeitzeuge jungen Menschen von seinem Leben im Nationalsozialismus, oft gemeinsam mit seinen beiden Freunden. 2013 übergab er seine Erinnerungen dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg – aus dem Wunsch heraus, dass nichts „weggekehrt“ werde, was gewesen ist.
In Ausstellungen an der Volkshochschule in Ulm und in der Schweiz bleibt sein Engagement für den Jugendwiderstand sichtbar. Die Todesanzeige von Bauknecht wurde von seiner Familie am 3. Februar veröffentlicht.