Ulmer Regisseurin Shaam Joli zeigt Kurzfilmreihe in Stuttgart

Kurzfilmabend mit drei bewegenden Filmen

Die preisgekrönte Ulmer Regisseurin Shaam Joli präsentiert am kommenden Samstag drei Kurzfilme an einem Abend in Stuttgart. Im Mittelpunkt stehen Krieg, Flucht und Menschen, die sonst oft nur als Zahlen wahrgenommen werden.

Die Ulmer Regisseurin und Schauspielerin Shaam Joli zeigt am kommenden Samstag, 30. Mai 2026, erstmals drei ihrer Kurzfilme an einem Abend in Stuttgart. Der Kurzfilmabend findet in Räumen in der Nordbahnhofstraße 61 statt. Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden für ein neues Filmprojekt sind willkommen, heißt es in einer Mitteilung.

Im Mittelpunkt des Abends steht Jolis Film „The Prison“, für den sie unter anderem bei den Filmtagen Oberschwaben mit dem Soroptimist-Filmpreis Frauen ausgezeichnet wurde. Außerdem werden die Kurzfilme „Inside the Box“ und „The Fight Within“ gezeigt. Beide entstanden in Co-Regie mit dem Schauspieler und Regisseur Yazan Alnakdali aus Biberach. Shaam Joli ist an dem Abend persönlich anwesend.

Filme gegen das Vergessen

Joli kam im Alter von 13 Jahren nach Deutschland. Die aus Syrien stammende Filmemacherin hatte eine gefährliche Flucht allein überstanden. Später studierte sie Regie und Schauspiel an der Akademie für darstellende Kunst Ulm. Heute lebt die 29-Jährige weiterhin in Ulm.

Mit ihren Filmen will Joli auf Leid, Krieg und Flucht aufmerksam machen: „Diese Arbeit ist mein Leben. Ich kann mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen.“ Außerdem wolle sie Menschen eine Stimme geben, die sonst oft nur als Zahlen wahrgenommen würden: Gefangene, Flüchtlinge, Opfer von Krieg und Gewalt.

In ihrem erst kürzlich abgedrehten neuen Kurzfilmprojekt beschäftigt sich Joli mit Depressionen und dem inneren Kampf, den Betroffene oft lange unsichtbar mit sich tragen.

Dokumentarfilmprojekt in Arbeit

Parallel arbeitet Joli aktuell an ihrem bisher größten Projekt: ihrem ersten abendfüllenden Dokumentarfilm. Darin erzählt sie die Geschichten von Frauen in Rojava, die im Krieg in Syrien gegen den sogenannten Islamischen Staat gekämpft haben. Für das Filmprojekt läuft weiterhin die Finanzierung.

Auf der Crowdfunding-Plattform Startnext heißt es dazu: Nach dem militärischen Sieg über den IS stünden kurdische Kämpferinnen vor einer bitteren Realität. Während ehemalige IS-Mitglieder freigelassen würden, kämpften sie weiter mit den Folgen des Krieges und der Frage, ob ihr Opfer umsonst gewesen sei.

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