Die 34-Jährige hat angekündigt, beim nächsten Landesparteitag in knapp drei Monaten nicht erneut für den Landesvorsitz zu kandidieren. Gesundheitliche Gründe, Unzufriedenheit mit ihrer Partei oder ein bereits feststehendes neues Jobangebot gebe es nach ihren Angaben nicht. Der Entscheidung seien zahlreiche Gespräche mit ihrer Familie, Freunden und politischen Wegbegleitern vorausgegangen.
Schwelling führt die Grünen in Baden-Württemberg seit Dezember 2021 gemeinsam mit Pascal Haggenmüller. Zuvor gehörte sie bereits seit 2019 dem Landesvorstand an. Insgesamt wurde sie dreimal zur Landesvorsitzenden gewählt, zuletzt im Dezember 2025.
Als eine ihrer wichtigsten Aufgaben bezeichnet Schwelling den Übergang nach der Ära von Winfried Kretschmann. Bei der Landtagswahl am 8. März 2026 blieben die Grünen mit 30,2 Prozent knapp vor der CDU stärkste Kraft. Am 13. Mai wählte der Landtag Cem Özdemir zum neuen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.
Schwelling sieht ihr politisches Ziel damit erreicht: Die Grünen hätten auch nach Kretschmann die führende politische Kraft im Land stellen können. Die verbleibenden Monate im Landesvorstand wolle sie nutzen, um ihre Arbeit geordnet abzuschließen.
Mit Ulm bleibt Lena Schwelling politisch eng verbunden. Seit 2014 sitzt sie für die Grünen im Gemeinderat. Bei der Oberbürgermeisterwahl 2023 trat sie gegen den damaligen Amtsinhaber Gunter Czisch und den späteren Wahlsieger Martin Ansbacher an. Im ersten Wahlgang erreichte sie 20,63 Prozent der Stimmen.
Bei der Kommunalwahl 2024 wurde Schwelling erneut in den Gemeinderat gewählt. Dort arbeitet sie unter anderem im Hauptausschuss sowie im Innovations- und Wirtschaftsausschuss mit. Zu ihren politischen Schwerpunkten zählen der städtische Haushalt, die Modernisierung der Verwaltung, die Wirtschaft und der Klimaschutz.
Was sie nach dem Ende ihrer Amtszeit beruflich machen wird, ließ Schwelling zunächst offen. Sicher sei bislang nur: Sie bleibe Mitglied der Grünen und ehrenamtliche Stadträtin in Ulm.