In Ulm sollen künftig deutlich längere Straßenbahnen unterwegs sein. Die SWU Verkehr verlängert 18 Bahnen des Typs „Avenio M“ um jeweils zwei Fahrzeugteile. Dadurch wachsen die Fahrzeuge von heute rund 31,5 Metern auf etwa 43 Meter. Damit steigt auch die Kapazität deutlich: Statt rund 191 sollen künftig 256 Fahrgäste in eine Bahn passen. Die ersten verlängerten Fahrzeuge sollen Anfang 2027 nach Ulm kommen, die übrigen schrittweise bis Mitte 2028. Damit die größeren Straßenbahnen überhaupt eingesetzt werden können, muss allerdings auch die Infrastruktur angepasst werden. Insgesamt investiert die SWU Verkehr dafür rund 55,6 Millionen Euro. Bund und Land unterstützen die Projekte mit Zuschüssen von insgesamt rund 31,8 Millionen Euro.
Ein großer Teil der Investitionen fließt in den Betriebshof der SWU Verkehr. Dort müssen unter anderem Werkstätten, Abstellbereiche, Gleise, Arbeitsstände und die Waschanlage an die längeren Fahrzeuge angepasst werden. Die Kosten dafür liegen nach Angaben der SWU bei rund 34,4 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg stellt dafür rund 17,7 Millionen Euro Fördermittel bereit. Die Verlängerung der Straßenbahnen hatte die SWU bereits 2024 beauftragt. Hintergrund ist die hohe Auslastung des Ulmer Nahverkehrs. Nach Angaben der SWU nutzt rund die Hälfte aller Fahrgäste im Verkehrsnetz die beiden Straßenbahnlinien.
Auch an einigen Haltestellen sind Änderungen notwendig. Viele Stationen im Ulmer Straßenbahnnetz sind bereits für längere Fahrzeuge ausgelegt. Größere Umbauten stehen allerdings am Ehinger Tor und am Donaustadion an. Dabei soll gleichzeitig die Barrierefreiheit an beiden Haltestellen verbessert werden. Für diese Arbeiten sind insgesamt rund 22 Millionen Euro eingeplant. Bund und Land fördern die Maßnahmen mit zusammen rund 14,1 Millionen Euro.
Mit den längeren Fahrzeugen will die SWU mehr Fahrgäste befördern können, ohne die Zahl der Fahrten entsprechend erhöhen zu müssen. Die ersten umgebauten Straßenbahnen sollen Anfang 2027 in Ulm eintreffen. Bis Mitte 2028 sollen nach aktuellem Plan alle 18 Fahrzeuge verlängert sein. Parallel dazu werden Betriebshof und Haltestellen für ihren Einsatz vorbereitet.