Ulmer werden "Laut für Kultur" - Demo für Erhalt von Bar- und Clubkultur

"Für eine lebendige und diverse Stadtkultur"

Ein bisher anonymes "Team Laut für Kultur Ulm" will sich für den für Erhalt der Ulmer Bar- und Clubkultur einsetzen. Grund ist die vorübergehende Schließung des Ulmer Nachtclubs "Cabaret Eden".

Ein bisher anonymes "Team Laut für Kultur Ulm" will sich für den für Erhalt der Ulmer Bar- und Clubkultur einsetzen. Grund ist ein sich bereits über Jahre ziehender Konflikt zwischen Anwohnern und der Kulturszene, der in der vorübergehenden Schließung des Ulmer Nachtclubs "Cabaret Eden" seinen bisherigen Höhepunkt fand. Es gab dort mehrfach Beschwerden über Lärm und das Verhalten der Gäste des Clubs. Weil ein Lärmschutzgutachten fehlt, muss das schon von den aktuellen Krisen hart getroffene Eden jetzt vorübergehend dicht machen.

Am Freitag, den 1. Juli um 20 Uhr, soll auf dem Ulmer Karlsplatz für den Erhalt der Ulmer Bar- und Clubkultur demonstriert werden. Das "Team Laut für Kultur" hat dazu ein anonymes Statement verfasst.

Das Statement "Laut für Kultur " im Wortlaut

Der sich über Jahre zuspitzende Konflikt mit einzelnen Protagonist*innen konservativer Vereinigungen hat in den letzten Wochen einen neuen Höhepunkt erreicht.

Die Stadt Ulm entwickelt sich zunehmend zu einer Wüste ohne Kultur und Vision. Darum haben wir - die Fürsprecher*innen der Aktion „Laut für Kultur“ - uns zusammengeschlossen, um jenen einen Gegenpol zu bieten, die sich auf die Fahne geschrieben haben die kreativen Strömungen der Ulmer (Nacht-)Kultur einzuschränken.

Wir sind für ein anspruchsvolles Nachtleben und den Erhalt von Bar- und Clubkultur. Wir sind gegen Aktionen, die diese Kultur nachhaltig zerstören.

Wir sind kein pöbelndes Partyvolk. Hier geht es um Existenzen und um die Frage, wie und mit wem wir die Zukunft unserer Stadt gestalten wollen.

Ulm ist für uns Heimat geworden - oder war es schon immer. Viele von uns haben sich bewusst gegen ein Leben in einer anderen Stadt entschieden, in der Überzeugung das es wichtig ist zu bleiben, um unsere Heimat (mit) zu gestalten.

Aber wie viele werden in Zukunft noch für ein Leben in Ulm entscheiden, wenn es für unsere Ideen - ergo: unsere künstlerische Freiheit - keine Zukunft gibt.

In den vergangenen Jahren haben sich viele betroffene Betriebe darum bemüht mit Dialog und Kompromissbereitschaft auf die Forderungen jener zu reagieren, die sich durch die Nachtkultur gestört fühlen. Doch das scheint nicht genug.

Nun fragen wir uns: Wo hören diese Forderungen auf? Und noch viel wichtiger: Sind diese Forderungen noch fair?

Unser Auftrag: Laut werden

Vielleicht waren wir zu leise, als wir in den letzten Jahre immer weiter eingeschränkt wurden. Vielleicht haben wir uns zu sehr darauf verlassen, dass unsere allseits geschätzten Clubs, Veranstaltungen, Feste, Restaurants, Bars und Cafés für sich selbst sprechen.

Vielleicht waren wir uns zu sicher, dass die Stadt einem gesunden Menschenverstand nicht entbehre und unsere Interessen natürlicherweise mitdenken und vertreten würde.

Zunehmend scheint das nicht der Fall. Statt unsere Arbeit, unser Engagement und unsere Ideen wert zu schätzen, werden uns immer größere Steine in den Weg gelegt, wir werden als rücksichtslos hingestellt und als Desinteressen-Vertreter*innen der Stadt Ulm. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Wir sind ihre Zukunft.

Wir laden deshalb alle Interessierten und Unterstützer*innen ein:

Zu unserer 1. DEMO ! „Für eine lebendige und diverse Stadtkultur“ am 1. Juli

Treffpunkt Karlsplatz / 20 Uhr

Wir setzten uns ein für:
• Erhalt und Förderung der Ulmer (Nacht)Kultur und Gastronomie durch geschützte Räume, in denen sie sich jede*r entfalten und verwirklichen darf
• Diversität, ein anspruchsvolles Programm und ein tolerantes Miteinander
• saisonale Sonderregelungen für open-Air Feste und Außengastronomie
• Lösungsansätze statt Verbotskultur ( z.B. feste Außenbereiche von Clubs, mehr Mülltonnen und öffentliche Toiletten)
• Unterstützung von Ideen und Veranstaltungen, die die kulturelle Attraktivität der Stadt steigern (Festivals, Veranstaltungen an neuen Locations, Veranstaltungen in Außengastronomie)
• Offener Austausch verschiedener Bürger-Gruppen (Studierende, Veranstalter, Gastronomen, Anwohner etc.)

Der Flyer zur geplanten Aktion

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