Es geht vorsichtig bergauf – zumindest in Teilen der regionalen Wirtschaft. Besonders bei den Dienstleistern laufen die Geschäfte vergleichsweise gut. Auch Industrieunternehmen und Großhändler, die ihre Produkte ins Ausland verkaufen, stehen derzeit besser da.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die wirtschaftlichen Sorgen verschwunden sind. Die Unternehmen blicken zwar etwas optimistischer in die Zukunft, ein kräftiger Aufschwung ist aber noch nicht zu erkennen.
Ja wir haben momentan die ersten Anzeichen seit langer Zeit, erstmal wieder mehr Zuversicht als Pessimismus, wenn man in die Zukunft blickt. Also wir stellen eben fest, dass aus dem Auslandsgeschäft noch nicht so viel Fundament da ist. Der Funke muss überspringen, auch auf das Inlandsgeschäft, damit auch wieder in Deutschland, hier in der Region investiert wird, dann können wir einen richtigen Aufschwung verzeichnen, so Jonas Pürckhauer von der IHK Ulm.
Deutlich schwieriger sieht es für die Geschäfte vor Ort aus. Der Einzelhandel gehört weiterhin zu den Sorgenkindern der regionalen Wirtschaft. Die Menschen geben weniger aus. Das macht sich in den Geschäften bemerkbar. Gleichzeitig belasten hohe Kosten und die schwache Nachfrage viele Unternehmen.
Aber nicht nur der Einzelhandel leidet, sondern auch der Gastronomie geht es schlecht. Karin Krings, Inhaberin des Hotels „Goldenes Rad“ und Sprecherin der Dehoga-Region Ulm:
Der Gastronomie geht es im Moment gar nicht gut, wir haben viel zu hohe Kosten und können nicht kostendeckend arbeiten. Wir haben auch eine geringere Nachfrage, die Leute gehen weniger essen, geben weniger aus. Die Preise sind gestiegen, wir mussten teilweise die Preise weitergeben, die Gerichte sind teurer geworden, die Menschen haben nicht mehr so viel Geld zu Verfügung. Und das alles drückt unsere Marge.
Trotzdem schaut sie positiv in die Zukunft:
Also es wird sicherlich auch schweirig, wobei ich immer hoffnungsvoll bin, deshalb gehe ich davon aus, dass es weitergeht, dass es gut weitergeht und dass wir uns stabilisieren können. Und wenn die Geschäfte insgesamt besser laufen sollten, dann haben wir auch bessere Geschäfte. Wir müssen einfach auch eine bessere Stimmung uns selber gegenüber haben.
Die aktuelle Umfrage zeigt vor allem eines: Die Wirtschaft in der Region Ulm ist noch längst nicht über den Berg. Zwar gibt es erste positive Signale, doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen sind groß.
Vor allem Unternehmen, die vom Geschäft mit dem Ausland profitieren, haben derzeit bessere Karten. Für viele andere bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Ob aus der vorsichtigen Zuversicht tatsächlich ein nachhaltiger Aufschwung wird, ist noch offen.