Umstrittene Krippenfiguren nun im Museum

Ausstellung startet Samstag

Eine gesellschaftliche Debatte landet im Museum: Als Aufarbeitung des Streits um die Krippenfiguren aus dem Ulmer Münster hat das Museum Ulm am Donnerstag eine neue Ausstellung präsentiert.

Die neue Ausstellung widmet sich den aus heutiger Sicht als rassistisch angesehenen Krippenfiguren des Ulmer Künstlers Martin Scheible, die im Jahr 2020 aus dem Münster verbannt wurden. Die Entscheidung der evangelischen Kirchengemeinde hatte eine bundesweite Debatte entfacht.

Die Ausstellung greift zunächst die zahlreichen Berichte in Zeitungen und im Fernsehen auf, um zu zeigen, auf welche Art und mit welchen Meinungen die Heiligen Drei Könige von Künstler Martin Scheible (1873-1954) kommentiert wurden. Zugleich setzt das Museum die Figuren in den Kontext des Schaffens von Scheible und wirft dabei die Frage auf, inwiefern die in den 1920er Jahren entstandene Darstellung der Figur des Melchior bewusst rassistisch war oder mehr ein Zeugnis ihrer Zeit. Zu dieser Frage sollen auch Besucherinnen und Besucher mit dem Museum in einen Austausch treten. Zur Auseinandersetzung mit der Frage nach rassistischen Darstellungen in der Kunst zeigt das Museum zudem weitere Darstellungen der Heiligen Drei Könige anderer Künstler sowie in Abgrenzung dazu Alltagsgegenstände mit aus heutiger Sicht eindeutig rassistischen Stereotypen.

Die Ausstellung mit dem Titel «Wir müssen reden! Die Münster-Krippe im Meinungsstreit» ist ab Samstag für Besucher zu sehen.

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