Die weichen Tentakel der Kraken erinnern an die Nabelschnur im Mutterleib. Viele Frühchen halten sie instinktiv fest, was beruhigend wirken und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln kann. Denn für die Kleinsten ist nach der Geburt vieles neu: Geräusche, Licht und Berührungen können schnell überwältigend sein.
Die Kinderklinik und das gesamte Universitätsklinikum Ulm bedanken sich herzlich bei allen ehrenamtlichen Helfern, die mit großer Hingabe Frühchenkleidung, Tücher, Decken und die besonderen Kraken anfertigen. Ein besonderer Dank geht an die vielen engagierten Häkler, die dieses Projekt mit Leben füllen.
Wer sich ebenfalls engagieren und das Projekt mit selbstgemachten Kraken unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an sekretariat.neo@uniklinik-ulm.de an die Kinderklinik wenden. Dort gibt es weitere Informationen zur Beteiligung. Zusätzlich stellt die Initiative „Oktopus für Frühchen Deutschland“ online eine Anleitung zur Verfügung, die als Orientierung für die Herstellung der kleinen Kraken dient.
Bevor die gehäkelten Oktopusse zum Einsatz kommen, werden sie nach neonatologischen Hygiene- und Sicherheitsstandards geprüft, aufbereitet und erst nach Freigabe durch das Fachpersonal an die Kinder ausgegeben. Die Eltern werden vor Ort informiert und entscheiden selbst, ob der Oktopus bei ihrem Kind verwendet wird.
Das sogenannte „Octo Project“ wurde 2013 in Dänemark ins Leben gerufen und ist heute ein internationales Ehrenamtsprojekt. Freiwillige fertigen handgehäkelte Kraken für frühgeborene Kinder an. Beobachtungen aus der Praxis zeigen, dass viele Frühchen die Tentakel gern festhalten und dadurch seltener nach Kabeln oder Schläuchen greifen.