An den Unikliniken in Baden-Württemberg gibt es neue Spannungen im Tarifstreit. Betroffen ist auch die Uniklinik Ulm. Nach Warnstreiks in Ulm, Freiburg, Heidelberg und Tübingen haben die Arbeitgeber den Tarifvertrag zum Rationalisierungsschutz gekündigt. Das berichten dpa und mehrere Medien übereinstimmend. Dieser Vertrag soll Beschäftigte bei Umstrukturierungen vor Nachteilen schützen. Dazu kann es zum Beispiel kommen, wenn Bereiche neu organisiert, Aufgaben verlagert oder Stellen verändert werden.
Die Gewerkschaft Verdi wirft den Arbeitgebern vor, Beschäftigte für die Ausübung ihres Streikrechts zu bestrafen. Hintergrund sind die Warnstreiks der vergangenen Tage. In Ulm hatte Verdi das nicht-ärztliche Personal an der Uniklinik am Montag, 18. Mai, zum Warnstreik aufgerufen. Nach Angaben der Uniklinik Ulm konnte es dadurch zu Einschränkungen, Terminverschiebungen und längeren Wartezeiten kommen.
Der Arbeitgeberverband der Universitätsklinika begründet die Kündigung unter anderem mit der wirtschaftlichen Lage der Kliniken. Laut Verband rechnen die vier Unikliniken für 2026 mit einem Gesamtverlust von rund 99 Millionen Euro. Zusätzlich verweisen die Arbeitgeber auf erwartete Erlösausfälle durch Krankenhausreformen.
In dem Tarifstreit geht es um rund 26.000 Beschäftigte an den vier baden-württembergischen Unikliniken. Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro zusätzlich im Monat. Für Auszubildende und Praktikanten fordert die Gewerkschaft 250 Euro mehr im Monat sowie einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern ist für den 17. Juni geplant.